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Urteil über Weiterbehandlung von todkrankem britischen Baby

Samstag, 15. Juli 2017

Im Fall des todkranken britischen Babys Charlie Gard soll in der übernächsten Woche die Entscheidung über eine mögliche Weiterbehandlung des Jungen fallen. Das Urteil werde am 25. Juli verkündet, teilte das zuständige Gericht in London am Freitag mit. In der kommenden Woche soll zunächst ein US-Mediziner, der Charlie experimentell behandeln will, den kleinen Patienten in London untersuchen. Michio Hirano werde sich am kommenden Montag (17:07.2017) und Dienstag (18.07.2017) ein Bild von dem Säugling machen.

Der Londoner High Court muss entscheiden, ob die lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet werden müssen oder ob der Junge weiterhin behandelt wird. Hirano schlägt eine Methode vor, die bislang noch nie bei einem Patienten angewendet wurde. Bei erfolgreicher Behandlung könnte Charlie nach Angaben des US-Arztes einige Stunden am Tag selbst atmen. Derzeit wird das Baby künstlich beatmet.

Charlie leidet an einer seltenen genetischen Krankheit, sein Gehirn ist stark geschädigt. Die Ärzte des Londoner Krankenhauses Great Ormond Street und andere Experten halten eine Heilung für ausgeschlossen und beantragten die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte, um dem Kind weiteres Leiden zu ersparen. Alle gerichtlichen Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gaben den Ärzten Recht.

Das Londoner Krankenhaus rief dann aber selbst das Gericht an, um neue Hinweise auf experimentelle Behandlungsmethoden erörtern zu lassen. Gleichzeitig bekräftigte es seinen bisherigen Standpunkt. Die Eltern Connie Yates und Chris Gard wollen ihren Sohn mit einer Versuchsmethode in den USA behandeln lassen. 350.000 Menschen unterschrieben eine Petition, in der sie Charlies Ausreise und Behandlung in den USA fordern.  (A.Stefanowych--DTZ)

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