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Ultraorthodoxe Juden protestieren in Jerusalem gegen Wehrdienst

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Mehrere tausend ultraorthodoxe Juden haben am Donnerstag im Zentrum Jerusalems gegen eine mögliche Einführung der Wehrpflicht für Strenggläubige protestiert. Wie die Polizei mitteilte, wurden 20 Demonstrationsteilnehmer wegen Verkehrsbehinderungen festgenommen, bei einer Reihe von Demonstrationen in den vergangenen Wochen waren es somit rund hundert.

Die Demonstranten lehnen eine Wehrpflicht für Ultraorthodoxe ab. Anlass der Proteste ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofes, demzufolge die Befreiung vom Wehrdienst für Ultraorthodoxe nicht gerechtfertigt ist. Die israelischen Gesetze verpflichten Männer über 18 Jahren zu zwei Jahren und acht Monaten Wehrdienst, Frauen müssen zwei Jahre Dienst leisten. Strenggläubige Juden sind seit der Staatsgründung Israels im Jahre 1948 zugunsten der Talmudstudien von der Wehrpflicht ausgenommen. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofes von September ist diese Ausnahmeregelung allerdings nicht berechtigt. Die Richter legten eine einjährige Übergangsfrist fest, in der nach einem Kompromiss gesucht werden kann.

Seit der Urteilsverkündung reißen die Proteste der ultraorthodoxen Juden in Israel nicht ab. Die Gründe für die Wehrdienstverweigerung der Orthodoxen sind vielfältig. Viele von ihnen weigern sich, Israel als Staat anzuerkennen. Andere legen großen Wert auf ganztägige Talmudstudien und wollen nicht mit den rauen Umgangsformen beim Militär konfrontiert werden.  (A.Stefanowych--DTZ)

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