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Irans Präsident Ruhani verspricht Erdbebenopfern schnelle Hilfe

Dienstag, 14. November 2017

Nach dem schweren Erdbeben im Iran hat Präsident Hassan Ruhani den schnellen Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zugesagt. Die Regierung werde "schnellstmöglich" auf die Not der Opfer des Bebens reagieren, versicherte Ruhani am Dienstagmorgen in der Provinzhauptstadt Kermanschah. Zehntausende Menschen verbrachten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die zweite Nacht in Folge im Freien.

Ruhani sagte, er habe das Militär, alle Regierungsstellen und Hilfsorganisationen zur Zusammenarbeit aufgerufen. Die Leitung des Wiederaufbaus werde die Stiftung für Wohnungsbau haben. Nach offiziellen Schätzungen wurden 12.000 Wohnhäuser zerstört und 15.000 weitere beschädigt. Sieben Städte und knapp 2000 Dörfer sind von dem Beben am Sonntagabend betroffen.

Im Erdbebengebiet an der iranisch-irakischen Grenze verbrachten erneut zehntausende Menschen die Nacht im Freien, während die Temperaturen in den Bergen sich dem Gefrierpunkt näherten. Der Leiter der iranischen Rettungskräfte, Pir Hossein Kooliwand, sagte, die Priorität liege nun auf der Versorgung der Opfer mit Unterkünften, Heizung und Nahrungsmitteln.

Ein Sprecher der iranischen Rettungskräfte sagte, die Suche nach Überlebenden unter den Trümmern nähere sich dem Ende. Im Iran stieg die Zahl der Toten nach Angaben der Behörden bis Dienstag auf 430, mehr als 7400 Menschen wurden verletzt. Besonders betroffen war Sarpol-e Sahab. Im Irak starben laut dem Roten Halbmond neun Menschen, rund 330 trugen Verletzungen davon.

Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,3 und das Epizentrum lag etwa 50 Kilometer nördlich von Sarpol-e Sahab. Mehr als 150 Nachbeben wurden gezählt. Im Iran gibt es regelmäßig Erdstöße, und im Juni 1990 waren bei einem Erdbeben im Norden des Landes 40.000 Menschen ums Leben gekommen. Im Dezember 2003 gab es bei einem Beben im südiranischen Bam 31.000 Tote.

Die Menschen bräuchten vor allem Zelte, Wasser und Lebensmittel, sagte der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, General Mohammed Ali Dschafari, der dem Erdbebengebiet einen Besuch abstattete. Neu gebaute Häuser hätten dem Erdbeben gut standgehalten, alte Lehmhäuser seien aber "völlig zerstört", sagte Dschafari.

Laut den Staatsmedien wurden 30 Teams des Roten Halbmonds in das Katastrophengebiet entsandt. Auch schickte die Regierung 22.000 Zelte, 52.000 Decken sowie 17 Tonnen Reis und 100.000 Konserven. Die Wasser- und Stromversorgung wurde schrittweise wieder hergestellt, doch waren die Hilfsbemühungen laut den Medien noch längst nicht ausreichend.

Für Dienstag ordnete die iranische Regierung einen Tag der Trauer an. Das Staatsfernsehen zeigte eine Trauerbanderole, während die Regierungszeitung "Iran" in Solidarität mit den Opfern in der mehrheitlich kurdischen Region auf Kurdisch titelte: "Der Iran weint mit Kermanschah."

(Y.Ignatiev--DTZ)

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