16.12.2017
 Berlin
 1 °C
 Überwiegend bewölkt
 Hamburg
 3 °C
 Überwiegend bewölkt
 Köln
 1 °C
 Überwiegend bewölkt
 Dresden
 -0 °C
 Teils bewölkt
 Leipzig
 -2 °C
 Überwiegend bewölkt
 Rostock
 3 °C
 Überwiegend bewölkt
 Hannover
 1 °C
 Nebel
 Duisburg
 1 °C
 Überwiegend bewölkt
 Nürnberg
 -- °C
 --
 Stuttgart
 -0 °C
 Überwiegend bewölkt
 Bremen
 2 °C
 Überwiegend bewölkt

Russischer Botschafter kritisiert Verteidigungsausgaben in Europa

Donnerstag, 29. Juni 2017

Vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister hat Russland die geplante Erhöhung der Verteidigungsausgaben in den europäischen Bündnisstaaten und Kanada scharf kritisiert. "Allein die Verteidigungsausgaben der Europäer sind in der Summe vier Mal höher als das Budget Russlands", sagte der russische Nato-Botschafter, Alexander Gruschko, am heutigen Donnerstag (29.06.2017) nach Informationen von Deutsche Tageszeitung - in einem Interview.

US-Präsident Donald Trump fordere jetzt die Umsetzung des Zwei-Prozent-Ziels. "Die erste Frage, die uns in den Sinn kommt, lautet, warum 250 Milliarden US-Dollar – das ist die Summe der Verteidigungsausgaben der europäischen Länder – nicht genug sind?", kommentierte Gruschko. Es gebe "einen sehr gefährlichen Trend zu einer Militarisierung der internationalen Beziehungen". "Das kann zu einem neuen Rüstungswettlauf führen", warnte der russische Botschafter.

Die Nato-Verteidigungsminister beraten am heutigen Donnerstag über die US-Forderung nach einer stärkeren Lastenteilung im Bündnis. Die Minister der 29 Mitgliedstaaten sprechen bei dem Treffen in Brüssel darüber, wie von den USA verlangte jährliche Pläne zur Steigerung der Verteidigungsausgaben konkret umgesetzt werden können. Die US-Regierung dringt darauf, dass alle Nato-Staaten die Vorgabe erfüllen, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung zu investieren.

Gruschko kritisierte in der "Welt" zudem die Entsendung von vier jeweils tausend Mann starken multinationalen Kampftruppen nach Polen und in das Baltikum. Deutschland stellt 450 Soldaten in Litauen und führt den Nato-Kampfverband in dem baltischen Land an.

"Mit diesen militärischen Schritten und Verstärkungen an der Ostflanke schafft die Nato eine neue Sicherheitslage, die wir nicht ignorieren können und auf die wir mit unseren eigenen militärischen Mitteln antworten werden", sagte der russsische Diplomat. Eine Bedrohung durch sein Land an den Ostgrenzen des Bündnisses wies Gruschko entschieden zurück.

Russland stehe vielmehr "im Zentrum eines Propagandakriegs der Nato-Länder". Es gebe "derzeit eine unglaubliche Dämonisierung Russlands". "Die Nato erweckt nahezu täglich den Eindruck, dass Russland morgen Polen und die baltischen Länder einnehmen wird", kritisierte Gruschko.

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus bot Grushko der Verteidigungsallianz in Ländern wie Afghanistan und Syrien eine Zusammenarbeit an. "Wir haben klar gesagt, dass wir bereit sind mit allen zu kooperieren, die zu unserem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus beitragen wollen", sagte er der "Welt". Es sei schließlich ein gemeinsames Ziel, die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu besiegen.  (V.Sørensen--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top