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Italien erhöht Druck auf EU-Partner bei der Flüchtlingsaufnahme

Sonntag, 02. Juli 2017

Italien hat den Druck auf die europäischen Partnerstaaten erhöht und mehr Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen gefordert. Italiens Innenminister Marco Minniti sagte vor einem Treffen mit seinen Kollegen aus Frankreich und Deutschland am heutigen Sonntagabend (02.07.2017), Schiffe mit geretteten Flüchtlingen sollten künftig auch Häfen in anderen EU-Ländern ansteuern. In Italien sind seit Jahresbeginn nach UN-Angaben fast 20 Prozent mehr Flüchtlinge angekommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass seit Jahresbeginn mehr als 83.000 Bootsflüchtlinge in Italien angekommen sind. Italiens Innenminister Minniti hat sich deshalb mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und dem französischen Ressortchef Gérard Collomb am heutigen Sonntagabend (02.07.2017) in Paris (Frankreich) über ein gemeinsames Vorgehen zur Unterstützung Roms in der Flüchtlingskrise beraten. Auch EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulous wurde zu den Gesprächen erwartet.

Vor dem Treffen sagte Innenminister Minniti, dass es ein starkes Signal wäre, wenn auch die anderen europäischen Staaten ihre Häfen für Flüchtlinge öffneten. An den Rettungseinsätzen im Mittelmeer seien neben der italienischen Küstenwache auch Schiffe der EU-Mission "Sophia", der EU-Grenzschutzagentur Frontex und von Hilfsorganisationen beteiligt. "Sie fahren unter der Flagge verschiedener europäischer Länder", sagte Minniti. "Wenn die einzigen Häfen, in die Flüchtlinge gebracht werden, italienische Häfen sind, stimmt etwas nicht", fügte der Minister im Gespräch nach Informationen von Deutsche Tageszeitung hinzu.

Die Vereinten Nationen fordern ebenfalls Unterstützung für Italien: UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sagte am Samstag in Genf, "was sich vor unseren Augen in Italien abspielt, ist eine Tragödie". Allein in der vergangenen Woche seien 12.000 Flüchtlinge an Italiens Küsten angekommen, seit Jahresbeginn seien schon 2300 Menschen auf dem Weg über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Die Rettung und Unterbringung der Flüchtlinge sei ein "Problem von internationaler Bedeutung" und "nicht nur ein Problem Italiens", sagte der UN-Beauftragte Grandi.

Italien hatte der EU zuvor damit gedroht, ausländischen Schiffen mit geretteten Flüchtlingen künftig die Einfahrt in seine Häfen zu verbieten. Das Land sieht sich nach eigenen Angaben nicht mehr in der Lage, die Situation zu bewältigen. Ziel des Ministertreffens in Paris ist nach Angaben der französischen Regierung ein "abgestimmtes Vorgehen" angesichts der steigenden Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen.  (W.Novokshonov--DTZ)

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