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USA: Trump veröffentlicht Video mit Prügelattacke auf CNN

Sonntag, 02. Juli 2017

Allen Mahnungen zum Trotz setzt US-Präsident Donald Trump seine Twitter-Attacken auf die Medien fort, was diese jedoch in Teilen durch Lügen und Schmähkritik selbst verursacht haben dürften. Nach einer Reihe persönlicher Beleidigungen von zwei Fernsehjournalisten veröffentlichte Trump am Sonntag über den Kurzmitteilungsdienst ein Video, in dem er symbolisch auf den Nachrichtensender CNN einprügelt. Seine Nutzung sozialer Medien bezeichnete er als "modern präsidial".

Auf dem Video reißt Trump am Rande eines Wrestlingrings einen Mann zu Boden und prügelt auf ihn ein - das Gesicht des Opfers ist allerdings nicht zu sehen, an seiner Stelle prangt das Logo des US-Fernsehsenders CNN. Am Ende des Videos, in dem sich die Prügelszene mehrmals wiederholt, erscheint das Logo FNN und die Bezeichnung "Fraud News Network" (Betrüger-Nachrichtennetzwerk).

Das Original des Videos enthielt das CNN-Logo nicht und ist zehn Jahre alt. Es stammt aus der Zeit, als Trump als Gaststar regelmäßig zu spektakulären Ringkämpfen eingeladen war. Bei dem vermeintlichen Prügelopfer handelt es sich um Trumps Freund Vince McMahon, einem milliardenschweren Organisator berühmter Wrestling-Veranstaltungen. Die Scheinattacke fand am Rande des sogenannten "Kampfs der Milliardäre" statt, bei dem zwei Wrestler stellvertretend für Trump und McMahon im Ring antraten.

Der US-Präsident hat ein gespanntes Verhältnis zum Großteil der etablierten Medien, denen er vorwirft, ihm feindselig gegenüber zu stehen. Seit Tagen aber eskaliert der Streit. Zunächst fiel Trump über die Moderatorin der Sendung "Morning Joe" beim Sender MSNBC, Mika Brzezinski, her, die er nach deren kritischen Kommentaren zu seinem Amtsstil als die "verrückte Mika mit dem niedrigen IQ" beschimpfte. Auch behauptete er, die Journalistin habe nach einer Schönheits-OP "schlimm" im Gesicht geblutet.

Die Attacke des Präsidenten wurde nicht nur in den Medien, sondern auch im Kongress heftig kritisiert. Auch Parlamentarier von Trumps Republikanischer Partei urteilten, Trumps Äußerungen seien eines US-Präsidenten unwürdig. Daraufhin legte dieser nochmals nach, bezeichnete Brzezinski als "strohdumme Mika" und ihren Kollegen Joe Scarborough als "verrückt".

Anschließend verteidigte Trump seine Tiraden: Seine Twitter-Nutzung sei nicht "präsidial", sondern "modern präsidial", schrieb Trump - gefolgt von seinem Wahlslogan: "Make America Great Again" (Amerika wieder großartig machen).

Die "betrügerischen Fake-News-Medien" arbeiteten hart daran, die Republikaner und andere davon zu überzeugen, dass er keine sozialen Medien nutzen solle, schrieb Trump in einem weiteren Tweet. Er habe die Präsidentschaftswahl aber "mit Interviews, Reden und den sozialen Medien gewonnen".

Bei einer Veranstaltung zum Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli erklärte Trump dann am Samstagabend, die Medien hätten ihn daran hindern wollen, ins Weiße Haus einzuziehen. "Aber ich bin Präsident und sie nicht", rief Trump seinen Anhängern zu.

Am heutigen Sonntag (02.07.2017) schließlich folgte das "Prügel"-Video gegen CNN, einem weiteren Lieblingsfeind des US-Präsidenten. Der Sender reagierte umgehend und warf Trump vor, Gewalt gegen Journalisten zu fördern. Statt ein "unreifes Verhalten" an den Tag zu legen, das "weit unter der Würde seines Amts" liege, sollte sich Trump eher auf Themen wie die Gesundheitsreform, die Spannungen mit Nordkorea, den G20-Gipfel und sein erstes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin konzentrieren, fügte der Sender hinzu.

Der Sicherheitsberater im Weißen Haus, Tom Bossert, verteidigte das Video. Es spreche für die Fähigkeit des Präsidenten, mit den Menschen zu kommunizieren. Trump werde von den Kabelsendern "verprügelt" und habe das Recht, darauf zu reagieren, sagte Bossert. Der republikanische Senator Ben Sasse sah dies anders: Auf CNN sagte er, es gebe einen Unterschied zwischen einer angemessenen Antwort auf Kritik und dem "Versuch, Misstrauen zu einer Waffe zu machen".  (U.Beriyev--DTZ)

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