28.07.2017
 Berlin
 23 °C
 vereinzelt Wolken
 Hamburg
 17 °C
 leichte Regenschauer
 Köln
 21 °C
 Überwiegend bewölkt
 Dresden
 21 °C
 Teils bewölkt
 Leipzig
 22 °C
 klarer Himmel
 Rostock
 17 °C
 Regenschauer
 Hannover
 20 °C
 Regenschauer
 Duisburg
 20 °C
 Überwiegend bewölkt
 Nürnberg
 20 °C
 klarer Himmel
 Stuttgart
 22 °C
 klarer Himmel
 Bremen
 18 °C
 Teils bewölkt

Gabriel hofft im Golf-Konflikt auf Verhandlungslösung mit Katar

Dienstag, 04. Juli 2017

In der Krise um den Golfstaat Katar hofft Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) auf eine Verhandlungslösung. "Es gibt durchaus Möglichkeiten, sich zu verständigen", sagte Gabriel am heutigen Dienstag (04.07.2017) in einem TV-Interview. Dafür gebe es auf allen Seiten Bereitschaft, unterstrich er nach Gesprächen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ziel einer diplomatischen Lösung müsse es sein, dass "jede Form von Terrorfinanzierung eingestellt wird", betonte Gabriel. Die Bundesregierung habe "Hinweise", dass von Einzelnen in der Region Extremisten finanziert würden, und zwar nicht nur in Katar.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate werfen der Regierung in Doha die Unterstützung von Terrorgruppen sowie eine zu große Nähe zu Saudi-Arabiens Erzrivalen Iran vor. Anfang Juni brachen sie ihre diplomatischen Beziehungen zu dem kleinen, aber reichen Golfemirat ab und verhängten eine Verkehrs- und Handelsblockade.

Dazu sagte Gabriel, ein Riss durch die Region müsse verhindert werden. "Wir brauchen einen gemeinschaftlichen handelnden Golf-Kooperationsrat", nicht nur im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Dafür setzten sich neben der Bundesregierung auch die USA ein. Dem Golf-Kooperationsrat gehören neben Saudi-Arabien und Katar auch die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Kuwait, Bahrain und Oman an.

Gabriel hält sich als erster ranghoher westlicher Politiker in der Katar-Krise am Golf auf. Für Dienstag standen Gespräche in Katar auf seinem Programm, am morgigen Mittwoch (05.07.2017) ein Besuch in Kuwait. Am Montag war er in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten empfangen worden.

Der saudiarabische Außenminister Adel al-Dschubeir sagte nach dem Treffen mit Gabriel, er hoffe auf eine "positive" Antwort aus Doha auf die 13 Forderungen von Katars Kritikern. Saudi-Arabien und die anderen Länder verlangen unter anderem, dass Doha die Muslimbrüder nicht weiter unterstützt und den Fernsehsender Al-Dschasira schließt, dem einseitige Berichterstattung vorgeworfen wird.

Katar hatte am gestrigen Montag (03.07.2017) den Krisen-Vermittlern in Kuwait seine Antwort auf die Forderungen vorgelegt. Details wurden vorerst nicht bekannt. Das Ultimatum zur Erfüllung der Forderungen sollte am Dienstag um Mitternacht auslaufen. Am Mittwoch wollten die anderen Golfländer dann in Kairo über mögliche Konsequenzen beraten. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Montag entschieden, sich vorerst nicht in die Katar-Krise einzuschalten. Das wichtigste UN-Gremium habe das Golfemirat aufgefordert, seine Meinungsverschiedenheiten mit seinen Nachbarländern selbst "durch Dialog und Konsultationen" zu klären, erklärte Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi in New York.

Inmitten der diplomatischen Krise kündigte Katar am Dienstag eine kräftige Steigerung seiner Erdgasproduktion an. Bis 2024 werde Katar rund 30 Prozent mehr Erdgas produzieren, erklärte der staatliche Energiekonzern Qatar Petroleum. Dessen Chef Saad Sherida al-Kaabi betonte, dies gelte auch für den Fall, dass die anderen Länder ihr Handelsembargo aufrecht erhielten. "Wir haben keine Angst vor dem Embargo", betonte er.

In den kommenden Jahren soll die Erdgas-Produktion nach seinen Angaben auf 100 Millionen Tonnen steigen. Katar ist Weltmarktführer bei verflüssigtem Erdgas (Liquified Natural Gas oder LNG).  (S.A.Dudajev--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top