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Krawalle, Angriffe und Wasserwerfer: G20-Proteste eskalieren

Freitag, 07. Juli 2017

Die G20-Proteste in Hamburg haben ihren ersten massiven Gewaltausbruch erlebt: Während einer Demonstration linker Gipfelgegner gab es am gestrigen späten Donnerstagabend (06.07.2017) im Stadtteil St. Pauli heftige Ausschreitungen. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben mit Flaschen und Latten angegriffen, sie setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein.

Die Polizei meldete zunächst sieben verletzte Beamte. Demnach gab es an verschiedenen Stellen in den Stadtteilen Altona und St. Pauli Angriffe auf Einsatzkräfte sowie Sachbeschädigungen an Geschäften und Banken. Mindestens ein Auto wurde in Brand gesetzt.

Demonstranten errichteten Barrikaden und setzten nach Polizeiangaben Gegenstände auf Straßen in Brand; einige bewaffneten sich mit Gerüstteilen und Steinen. "Wir sind entsetzt über die offensichtliche Gewaltbereitschaft", erklärte die Polizei.

Vertreter des linksradikalen Protestspektrums sprachen auf Twitter dagegen von "Polizeiterror", die globalisierungskritische Initiative Attac von einer "Eskalation mit Ansage", für die die Sicherheitskräfte verantwortlich seien.

Die Polizei stoppte den am Fischmarkt in der Nähe der Reeperbahn gestarteten Aufmarsch unter dem Motto "Welcome to hell" (Wilkommen in der Hölle) am frühen Abend nach wenigen Metern mit Polizeiketten und ließ vier Wasserwerfer sowie Räumpanzer auffahren. Die Beamten sprachen von 12.000 Demonstranten, darunter rund 1000 vermummte Autonome, die einen "schwarzen Block" formten.

Demonstranten warfen Feuerwerkskörper und zielten mit Flaschen auf die vorrückenden Einsatzkräfte, die Wasserwerfer und Pfefferspray einsetzten, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Viele Umstehende flüchteten vor dem Gewaltausbruch.

Später beruhigte sich die Lage, der Aufzug begann begleitet von Trommelgruppen und Musik-Lastwagen seinen Weg durch die Stadt. Dabei lösten sich nach Angaben der Polizei militante Autonome aus dem "Schwarzen Block" und zogen anschließend in kleineren Gruppen durch die Stadt. Dabei gab es nach Polizeiangaben erneut Angriffe gegen Beamte sowie Sachbeschädigungen.

Auch Einsatzkräfte, die die Wohnung des Hamburger Innensenators Andy Grote (SPD) bewachten, seien attackiert worden. Sie blieben unverletzt.

Schon im Vorfeld der von Mitgliedern des linksradikalen Spektrums angemeldeten "Welcome to hell"- Demonstration waren Ausschreitungen befürchtet worden, sie galt als eine der krawallträchtigsten Protestaktionen während des am Freitag offiziell beginnenden Gipfels der Staats- und Regierungschefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer. Mindestens 19.000 Polizisten sollen das internationale Spitzentreffen sichern.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es in der Hansestadt erste kleinere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten gegeben, dabei gab es bereits mehrere Verletzte. Für Streit hatte unter anderem der Aufbau von Übernachtungscamps in Parks gesorgt. In den kommenden Tagen sind weitere Großdemonstrationen geplant, bei denen es ebenfalls Krawalle geben könnte. Am Freitag wollen Aktivisten die Abläufe des Gipfels unter anderem durch Massenblockaden behindern.  (W.Novokshonov--DTZ)

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