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Schwere Krawalle in Hamburg trotz massiven Polizeiaufgebots

Samstag, 08. Juli 2017

Während des G20-Gipfels in Hamburg hat sich die Polizei auch am gestrigen späten Freitagabend (07.07.2017) schwere Auseinandersetzungen mit gewaltbereiten Demonstranten geliefert. Mit einem Großaufgebot ging die Polizei gegen etwa 1500 militante G20-Gegner vor, die Barrikaden an verschiedenen Stellen in Brand setzten und die Beamten unter anderem mit Steinen sowie Flaschen attackierten. Nach stundenlangen Ausschreitungen war die Lage laut Polizei am frühen Samstagmorgen wieder ruhig.

Die Polizei hatte in der Nacht zum heutigen Samstag (08.07.2017) die Straßen in den Bereichen St. Pauli und Schanzenviertel geräumt, in denen Barrikaden in Brand gesetzt worden waren. Wasserwerfer und Tränengas kamen zum Einsatz. Die Polizei gab die Zahl der insgesamt seit Donnerstag verletzten Beamten mit 196 an. Ein Beamter habe einen Unterschenkelbruch erlitten. Polizeisprecher Timo Zill sprach im Sender n-tv von bisher etwa hundert Festnahmen seit Beginn der massiven Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg am Donnerstag.

In Hamburg hatte am Freitagabend eine "Revolutionäre Anti-G20-Demo" auf der Reeperbahn stattgefunden. Einige Teilnehmer waren laut Polizei vermummt und es wurden Parolen skandiert wie: "Ganz Hamburg hasst die Polizei".

Nach dem Ende des Aufzuges sei es zu den gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, berichtete die Polizei weiter. Barrikaden wurden demnach angezündet und Polizisten attackiert. Scheiben von Geschäften seien eingeworfen worden, es habe auch Plünderungen gegeben. Auch seien Molotowcocktails und Gasflaschen in die geplünderte Geschäfte geworfen worden.

Schon seit Donnerstagabend ging die Polizei immer wieder mit Wasserwerfern und Tränengas gegen teils vermummte Linksautonome vor. Auch am Freitag zündeten militante Täter laut Polizei Autos an, schlugen Fensterscheiben ein und errichteten Straßenbarrikaden. Sie nutzten demnach dabei mitunter Eisenstangen und warfen Molotowcocktails, es gab Verletzte durch den Beschuss mit Stahlkugeln aus Zwillen. Im Schanzenviertel gab ein Beamter laut Polizei am Abend einen Warnschuss ab, nachdem er von Gewalttätern massiv bedrängt worden war.

In der Nähe der Elbphilharmonie kam es ebenfalls zu Ausschreitungen. Die Polizei berichtete, sie sei massiv mit Gegenständen beworfen worden und habe Wasserwerfer eingesetzt. In der Elbphilharmonie hatten sich am Freitagabend die Teilnehmer des G20-Gipfels zu einem Konzert versammelt.

Gipfelgegner warfen der Polizei vor, bei Räumungen "enthemmte Gewalt" mit Pfefferspray und Wasserwerfern angewandt zu haben. Wegen der unübersichtliche Lage konnte die Frau von US-Präsident Donald Trump, Melania Trump, einen Teil ihres Besuchsprogramms nicht absolvieren.

Schon am Freitagmorgen hatten G20-Gegner mit friedlichen Blockadeaktionen den Gipfelbeginn erheblich gestört. Durch die Verzögerungen bei der Anreise von einigen Delegationen sei "erfolgreich Sand ins Getriebe des Gipfels gestreut" worden, erklärte die Sprecherin der Organisation Block G20, Jana Schneider.

Im Stadtteil Bahrenfeld verletzten sich elf G20-Gegner schwer. Sie waren laut Feuerwehr in Folge eines Polizeieinsatzes über eine Mauer mit Absperrgitter geklettert und vier Meter tief abgestürzt, als das Gitter brach. Drei weitere Demonstranten wurden leicht verletzt. Angaben zur Gesamtzahl der verletzten Demonstranten lagen zunächst nicht vor. Wegen der Auseinandersetzungen forderte die Hamburger Polizeiführung am Freitag weitere Hundertschaften aus anderen Bundesländern zur Unterstützung nach. Die Zahl der eingesetzten Polizisten sollte damit bei bis zu 21.000 liegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie habe Verständnis für friedlichen Protest, aber gewalttätige Demonstrationen brächten "Menschenleben in Gefahr" und seien "nicht zu akzeptieren". Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) forderte konsequente Strafen.  (P.Tomczyk--DTZ)

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