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Terror-Flüchtling Amri verfügte wohl über tunesischen Reisepass

Dienstag, 11. Juli 2017

Der Berliner Weihnachtsmarktattentäter , Massenmörder und Terror-Flüchtling Anis Amri hat womöglich doch ein tunesisches Ausweisdokument besessen, das seine frühzeitige Abschiebung hätte ermöglichen können. Das berichteten Medienkreise am heutigen Dienstag (11.07.2017). Amri war in Deutschland unter vielen verschiedenen Falschidentitäten registriert. Seine Abschiebung scheiterte mehrfach daran, dass die tunesischen Behörden die nötigen Papiere nicht vorlegten.

Medienkreise berichten aktuell, dass Amri womöglich doch über einen tunesischen Reisepass verfügt hatte. Die Zeitung berief sich auf ein vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) nun ausgewertetes Telefonat im April 2016 zwischen Amri und einem Bekannten.

Der Freund teilte Amri demnach mit, dass er dessen Reisepass in der Moschee gefunden habe. "Mach die Bilder aus dem Pass und wirf ihn weg - ich brauche ihn nicht mehr", soll Amri daraufhin gesagt haben.

Das Gespräch von den Ermittlern zwar aufgezeichnet, jedoch erst später übersetzt, protokolliert und ausgewertet. Der Hinweis auf den Reisepass wurde zudem nicht an die Behörden weitergeleitet.

Der Berliner FDP-Innenexperte Marcel Luthe sagte hierzu: "Wenn diesem Hinweis nachgegangen worden wäre, hätte man ihn damit vielleicht frühzeitig abschieben können - das muss jetzt weiter aufgeklärt werden."

Auch der Vorsitzende des Berliner Untersuchungsausschusses zum Fall Amri, Burkhard Dregger (CDU), sieht Aufklärungsbedarf. Es müsse nun gründlich aufgearbeitet werden, ob es nicht doch Gelegenheiten gab, Amri vor seinem Anschlag nach Tunesien abzuschieben, sagte er dem Blatt.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagenfahrer erschossen, dessen Fahrzeug gekapert und war damit auf einem Berliner Weihnachtsmarkt in die Menschenmenge gerast. Zwölf Menschen starben, 67 weitere wurden verletzt. Auf der Flucht wurde er von der Polizei in Mailand erschossen.  (A.Nikiforov--DTZ)

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