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Verdächtige in Affäre um U-Boot-Geschäft in Israel festgenommen

Dienstag, 11. Juli 2017

In der Korruptionsaffäre um ein deutsch-israelisches U-Boot-Geschäft hat die israelische Polizei sieben Verdächtige festgenommen. Sechs Verdächtige wurden bereits am Montag in Gewahrsam genommen und zu Bestechungs- und Geldwäschevorwürfen befragt, wie die Polizei am heutigen Dienstag (11.07.2017) mitteilte. Drei von ihnen sind demnach weiterhin in Gewahrsam, die drei anderen wurden in den Hausarrest entlassen. Ein siebter Verdächtiger wurde nach Polizeiangaben am Dienstagmorgen festgenommen und zum Verhör auf ein Polizeirevier gebracht.

Bei der Affäre geht es um den Kauf von drei hochmodernen U-Booten des deutschen Herstellers ThyssenKrupp. Das Geschäft hat israelischen Medienberichten zufolge einen Umfang von 1,2 Milliarden Euro. Die Boote der Dolphin-Klasse können von Israel mit Atomwaffen nachgerüstet werden, weshalb deren Lieferung in die Krisenregion Nahost auch in Deutschland für Diskussionen sorgte. In Israel sorgten zuletzt vor allem Medienberichte über eine mögliche Verwicklung eines Vertrauten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für Aufsehen.

Bei den drei Verdächtigen, die nach ihrer Festnahme am Montag in israelischem Polizeigewahrsam sitzen, handelt es sich nach Polizeiangaben um den früheren Vize-Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats, Avriel Bar Josef, den ThyssenKrupp-Vertreter Micky Ganor sowie Ganors Anwalt Ronen Schemer.

Der U-Boot-Deal sorgt in Israel bereits seit Monaten für Wirbel: Im November ordnete der israelische Generalstaatsanwalt eine polizeiliche Untersuchung zu einem möglichen Interessenkonflikt bei dem Kauf an. Zuvor war bekannt geworden, dass Netanjahus Cousin und Anwalt David Schimron auch für den ThyssenKrupp-Vertreter in Israel arbeitete. Seit Februar ermittelt auch das israelische Justizministerium in der Affäre. Nach Angaben des Ministeriums gilt Netanjahu aber nicht als Verdächtiger in dem Fall.

Netanjahu steht wegen anderer Korruptionsvorwürfe unter Druck. Dabei geht es um Zuwendungen reicher Israelis und ausländischer Geschäftsleute im Wert von mehreren zehntausend Dollar. Zudem soll er mit dem Zeitungsverleger Amnon Moses über eine für die Regierung vorteilhaftere Berichterstattung verhandelt haben. Netanjahu weist alle Vorwürfe von sich. Er sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Kampagne.  (A.Nikiforov--DTZ)

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