20.11.2017
 Berlin
 4 °C
 leichte Regenschauer
 Hamburg
 4 °C
 Leichter Nieselregen
 Köln
 9 °C
 Leichter Nieselregen
 Dresden
 2 °C
 leichte Regenschauer
 Leipzig
 3 °C
 leichte Regenschauer
 Rostock
 3 °C
 Überwiegend bewölkt
 Hannover
 4 °C
 leichte Regenschauer
 Duisburg
 9 °C
 Leichter Nieselregen
 Nürnberg
 -- °C
 --
 Stuttgart
 6 °C
 Überwiegend bewölkt
 Bremen
 4 °C
 Leichter Nieselregen

USA: IS bekennt sich zu Anschlag - 58 Tote in Las Vegas

Montag, 02. Oktober 2017

Bei einem Angriff auf ein Freiluftkonzert in der US-Casinometropole Las Vegas hat ein Schütze mehr als 50 Menschen getötet und rund 200 weitere verletzt. Der aus Las Vegas stammende Täter sei nach dem Angriff vom Sonntagabend (Ortszeit) von der Polizei getötet worden, teilten die Ermittler am Montag mit. Seine Motive waren zunächst unklar. Es war der blutigste Schusswaffenangriff in der US-Geschichte.

Bei der Zahl der Toten und Verletzten handele es sich um vorläufige Angaben, sagte der Sheriff von Las Vegas, Joseph Lombardo, auf einer Pressekonferenz. Zwei der Todesopfer waren demnach Polizisten, die dienstfrei hatten. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelt es sich laut dem Sheriff um einen 64-jährigen Bewohner von Las Vegas namens Stephen Paddock. Seine Lebensgefährtin Marilou Danley werde derzeit gesucht. Die Ermittler gingen derzeit davon aus, dass der Schütze ein Einzeltäter war.

In der Nähe des bekannten Casino-Hotels "Mandalay Bay" hatte der Sänger Jason Aldean im Rahmen des Country-Music-Festivals Route 91 Harvest ein Konzert gegeben, das tausende Menschen besuchten. Der Angreifer gab zahlreiche Schüsse auf die Konzertbesucher ab. Aldean teilte später über den Online-Dienst Instagram mit, dass er und seine Band wohlauf und in Sicherheit seien. Er bete für die Opfer des Angriffs und ihre Angehörigen.

Nach Angaben der Polizei befand sich der Schütze im 32. Stock des "Mandalay Bay". In dem Hotelzimmer fanden die Ermittler nach dem Angriff zahlreiche Schusswaffen.

Ein Augenzeuge sagte dem örtlichen Fernsehsender KLAS, er habe gesehen, wie jemand hunderte Schüsse auf die Menge abfeuerte. Panik brach aus.

Augenzeugen berichteten, wie der Schütze offenbar unablässig mit einer automatischen Waffe feuerte, die er zwischendurch nachlud. Erst hätten sie geglaubt, dass irgendwo Glas zersplitterte und sich umgeschaut, woher der Krach kam, erzählte Monique Dekerf dem US-Sender CNN. Dann hätten sie dieses "Pop, Pop, Pop" gehört. "Einen Moment lang dachten wir, dass alles okay ist, es keine weiteren Schüsse mehr gibt, dann begann es wieder von Neuem."

"Wir hörten dem Konzert zu und hatten unseren Spaß, dann hörten wir etwas, das wie Böller klang", berichtete Konzertbesucher Joe Pitz der Lokalzeitung "Las Vegas Sun". "Ich vermute mal, das war eine automatische Waffe - aber es hörte sich eher an wie Böller." Er habe noch gesehen, wie Jason Aldean von der Bühne rannte und Sicherheitsleute kamen und alle in der Nähe des Casino-Hotels in Deckung gingen. "Es herrschte totales Chaos."

Auf Videos in den sozialen Online-Netzwerken waren flüchtende Konzertbesucher sowie auf dem Boden liegende Menschen zu sehen.

In den USA gibt es immer wieder tödliche Angriffe mit Schusswaffen. Trotz mehrerer Amokläufe an Schulen und Universitäten gelang es dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama nicht, gegen den Widerstand der Republikaner schärfere Waffengesetze durchzusetzen. In jüngster Zeit gab es zudem immer wieder blutige Anschläge auf Bars oder Veranstaltungsorte. Im November 2015 töteten islamistische Angreifer während eines Konzerts der US-Band Eagles of Death Metal in der Pariser Konzerthalle "Bataclan" 90 Menschen. Sieben Monate später erschoss ein Islamist bei einem Angriff auf den Homosexuellenclub "Pulse" in Orlando (US-Bundesstaat Florida) 49 Menschen.

Bei einem Angriff auf den Istanbuler Nachtclub "Reina" tötete ein 34-jähriger Usbeke dann in der Neujahrsnacht 39 Menschen. Und im Mai riss ein Selbstmordattentäter weitere 22 Menschen bei einem Sprengstoffanschlag nach einem Pop-Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester in den Tod, mehr als 100 Menschen wurden verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat reklamierte die Anschläge für sich.  (Y.Leyard--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top