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Klimaschutz: Merkel warnt vor Arbeitsplatzverlusten

Samstag, 11. November 2017

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zur Halbzeit der Klimakonferenz in Bonn die Dringlichkeit des Kampfs gegen den Klimawandel betont. Die eigentlich beschlossene Begrenzung des Temperaturanstiegs auf höchstens zwei Grad werde "mit dem jetzigen Zustand nicht erreicht", sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten Video-Botschaft. Deutschland und die anderen Industriestaaten stünden in der Verantwortung dafür, "dass sich die Dinge ändern". Zugleich warnte die Kanzlerin vor Arbeitsplatzverlusten in Deutschland durch zu strenge Auflagen.

Merkel sagte weiter, es gehe darum, den "industriellen Kern" ohne zu großen Arbeitsplatzabbau weiterzuentwickeln. "Denn wenn Stahlwerke, Aluminiumwerke, Kupferhütten, wenn die alle unser Land verlassen und irgendwohin gehen, wo die Umweltvorschriften nicht so gut sind, dann haben wir für das Klima auf der Welt auch nichts gewonnen." Zugleich müsse die deutsche Wirtschaft in Sachen Umwelt- und Klimaverträglichkeit "Vorbildcharakter" für die Weltwirtschaft entwickeln. "Wir als hochentwickelte Industrieländer haben die Aufgabe, Umwelttechnologien nach vorne zu bringen", fügte die Kanzlerin hinzu.

In den laufenden Beratungen über ein Jamaika-Bündnis in Berlin wird nach Angaben von Merkel um die Frage der Klimaschutzziele für 2020 gerungen: "Wie können wir noch mehr Maßnahmen ergreifen, um dieses 2020er Ziel zu versuchen zu erreichen", formulierte sie. Zugleich nannte die Kanzlerin auch die Klimaziele für 2030 und 2050 wichtig, "damit man schon alles darauf ausrichten kann".

Als ein Mittel für mehr Klimaschutz bezeichnete Merkel die Wärmedämmung. "Hier werden wir wieder dafür werben, dass wir endlich auch steuerliche Anreize haben, um Altbauten zu wärmen", sagte die Kanzlerin mit Blick auf die Gespräche über eine mögliche Koalition aus CDU, CSU, FDP und Grünen.

Bisher hat sich die Bundesregierung für 2020 auf eine Senkung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent festgelegt. Bis 2030 sollen diese um 55 Prozent sinken und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent. Vergleichsbasis sind jeweils die Emissionen im Jahr 1990. Besonders das Erreichen des 40-Prozent-Ziels für 2020 gilt als schwierig, weil dazu kurzfristig erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind.  (I.Beryonev--DTZ)

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