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Libanesischer Ministerpräsident Hariri meldet sich

Montag, 13. November 2017

Eine Woche nach seiner überraschenden Rücktrittserklärung hat sich der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri am Sonntag erstmals wieder zu Wort gemeldet. In einem in der saudiarabischen Hauptstadt Riad geführten Interview trat Hariri Spekulationen entgegen, er werde gegen seinen Willen in Saudi-Arabien festgehalten. Auch bekräftigte er, dass er aus freien Stücken handelte.

"Ich bin hier frei, und wenn ich morgen abreisen will, dann reise ich", sagte er dem libanesischen Fernsehsender Zukunft. Zugleich kündigte er an, dass er bald in den Libanon zurückkehren werde, um "die nötigen Verfassungsschritte" für seinen Rücktritt zu absolvieren. Wenige Stunden zuvor hatte sich der libanesische Präsident Michel Aoun besorgt angesichts der "obskuren Umstände" von Hariris Rücktritt geäußert und Saudi-Arabien zur Klärung von dessen Verbleib aufgefordert. Auch bezweifelte er, dass Hariri freiwillig seinen Rücktritt erklärte. Der Präsident hat den Rücktritt noch nicht formell anerkannt und Hariri noch nicht von seinen Funktionen entbunden.

Im am Sonntag veröffentlichten Interview bestritt Hariri, dass er von der Regierung in Riad zum Rücktritt gezwungen worden sein könnte. "Ich habe meine Rücktrittserklärung selbst geschrieben, und mein Ziel war es, einen positiven Schock auszulösen", sagte er.

In seiner Erklärung vor einer Woche hatte Hariri von Riad aus von Mordplänen gegen ihn berichtet und schwere Vorwürfe gegen den Iran und die mit ihm verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah erhoben. Am Sonntag warf er dem Iran erneut Einmischung im Libanon und der Hisbollah Komplizenschaft vor.

Der Rücktritt des sunnitischen Politikers droht das fragile Gleichgewicht der verschiedenen Religionsgruppen im Libanon aus dem Lot zu bringen. Auch droht der Libanon zum Spielball im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran um die Vorherrschaft in der Region zu werden. Das sunnitische Saudi-Arabien unterstützte bislang Hariri, hinter der Hisbollah steht der schiitische Iran. US-Außenminister Rex Tillerson hatte am Freitag vor einem "Stellvertreterkrieg" im Libanon gewarnt.  (A.Nikiforov--DTZ)

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