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Jüdischer Weltkongress: Rolle der Bahn im Holocaust erschreckend

Dienstag, 14. November 2017

Die geplante Benennung eines ICE nach Anne Frank ist nach Ansicht des Jüdischen Weltkongresses nur dann sinnvoll, wenn die Passagiere zugleich über die Rolle der Reichsbahn während des Holocausts informiert werden. Dies könne beispielsweise dadurch geschehen, dass die in den Zügen ausliegenden Fahrpläne einen Abschnitt zum Schicksal der von den Nazis ermordeten Jüdin enthielten, erklärte der Vorsitzende des Weltkongresses, Ronald Lauder.

Möglich sei aber auch, dass die Fahrgäste in getrennten Broschüren über Anne Frank informiert würden, führte Lauder in einem am Montag in New York veröffentlichten Brief an den Chef der Deutschen Bahn (DB), Richard Lutz, aus. Er verwies darauf, dass die posthum durch ihr Tagebuch weltberühmt gewordene Anne Frank als 15-Jährige von der Reichsbahn von Amsterdam ins Vernichtungslager Auschwitz gebracht worden war. Von dort transportierte sie die Reichsbahn weiter in das Lager Bergen-Belsen, wo sie starb.

Die DB hatte die aus Frankfurt am Main stammende Anne Frank im Oktober in die Liste der historischen deutschen Persönlichkeiten aufgenommen, nach denen die InterCity-Expresszüge (ICE) benannt werden sollen. Die Entscheidung wurde von vielen Seiten als pietätlos kritisiert, da die DB die historische Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn ist, deren Güterzüge Millionen von Juden in die Vernichtungslager abtransportiert hatten.

Es wäre angemessen, wenn die Fahrgäste des ICE "Anne Frank" über diesen Teil der Geschichte des DB-Vorgängerunternehmens informiert würden, schrieb Lauder. Auch könne Anne Frank nicht einfach als "große Deutsche" geehrt werden. Vielmehr stehe sie für "die sechs Millionen Juden, die von Deutschen während der Nazi-Ära ermordet wurden".

Die DB hatte als Reaktion auf die Kritik bereits Ende Oktober erklärt, ihre Entscheidung "im Bewusstsein um ihre historische Verantwortung" getroffen zu haben, die Erinnerung an Anne Frank wachzuhalten. Die in der Öffentlichkeit geäußerten Bedenken nehme das Unternehmen ernst. Sie sollten in den weiteren internen Diskussionen aufgegriffen werden. Die DB lasse sich dabei auch von jüdischen Organisationen beraten.  (S.A.Dudajev--DTZ)

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