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USA: Trump streiteth für umstrittenen Senatskandidaten Moore

Montag, 04. Dezember 2017

US-Präsident Donald Trump hat sich für den wegen Vorwürfen sexueller Belästigung unter Druck stehenden Senatskandidaten Roy Moore in die Bresche geworfen. Moores Stimme im Senat werde gebraucht, um Kriminalität und illegale Einwanderung zu stoppen, das Militär zu unterstützen und das ungeborene Leben zu schützen, schrieb Trump am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Auch das geschlossene Votum der oppositionellen Demokraten gegen die am Samstag vom Senat verabschiedete Steuerreform wertete der Präsident als Beleg dafür, dass Moore in der Kongresskammer gebraucht werde. Die Weigerung der Demokraten, den "massiven Steuerreduzierungen auch nur eine Stimme zu geben", sei der Grund, warum Moore bei der Nachwahl am 12. Dezember im Bundesstaat Alabama gewinnen müsse. Die Umfragen deuten auf ein enges Rennen zwischen dem Republikaner Moore und seinem Rivalen Chuck Jones von den Demokraten hin. Sollten die Republikaner den bislang von ihnen gehaltenen Senatssitz verlieren, würde ihre Mehrheit in der Kammer auf nur noch 51 von 100 Sitzen schrumpfen.

Trumps Twitter-Botschaften vom Montag sind seine bislang energischste Unterstützung für Moore, einen ultrakonservativen Ex-Richter, der sich als Gegenkraft zum republikanischen Partei-Establishment positioniert. In den Vorwahlen der Republikaner für die Ernennung ihres Senatskandidaten hatte Trump noch einen anderen Anwärter mit moderaterem Profil unterstützt, der dann gegen Moore unterlag.

Als dann vor einigen Wochen die Vorwürfe gegen Moore erstmals aufkamen, er habe vor Jahrzehnten Minderjährige bedrängt und sexuell belästigt, hatte der Präsident dies zunächst nach Angaben des Weißen Hauses als "sehr besorgniserregend" betrachtet. Nur wenig später machte er dann aber klar, dass er dessen Kandidatur unterstützt, da der Senatssitz nicht an die Demokraten verlorengehen dürfe.

Der 70-jährige Moore wird von mehreren Frauen beschuldigt, er habe ihnen vor rund vier Jahrzehnten nachgestellt oder habe sie belästigt, als sie noch Teenager waren. Der damalige Staatsanwalt soll unter anderem ein 14-jähriges Mädchen sexuell belästigt haben. Moore weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als politische Kampagne.

Auch Trump selber sieht sich mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert. Mehrere Frauen beschuldigen ihn, sie vor Jahren gegen ihren Willen betatscht und geküsst zu haben.   (I.Beryonev--DTZ)

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