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Deutsche Bank - US-Ermittler wollten Informationen zu Trump

Mittwoch, 06. Dezember 2017

Das Weiße Haus hat Medienberichte kategorisch zurückgewiesen, wonach Sonderermittler Robert Mueller von der Deutschen Bank Unterlagen zu den Finanzverhältnissen von Präsident Donald Trump und seiner Familie angefordert hat. Diese Berichte seien "falsch", erklärte am Dienstag Trumps Rechtsberater Jay Sekulow. Insiderkreise bestätigen nach Informationen von Deutsche Tageszeitung jedoch kurz darau, dass es die sogenannte Subpoena Muellers an die Deutsche Bank gegeben habe.

Bei einer Subpoena handelt es sich um eine rechtlich zwingende Aufforderung, als Zeuge zu erscheinen oder Material zu übergeben. Eine solche Aufforderung sei weder an die Deutsche Bank geschickt noch von dieser erhalten worden, betonte Sekulow. Dies habe das Weiße Haus bei der Bank sowie anderen Quellen verifiziert.

Dem widersprechen die aktuell von Medienkreisen eingeholten Informationen, die Berichte des "Handelsblatts" und der US-Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigen. Nach diesen Berichten soll Mueller die Unterlagen zu Trump und dessen Familie bereits vor Wochen obligatorisch angefordert haben.

Laut "Handelsblatt" soll die Deutsche Bank die zentralen Dokumente zu bestimmten Geld- und Kreditgeschäften mit der Trump-Familie auch bereits dem Sonderermittler ausgehändigt haben. Die Deutsche Bank wollte sich nicht näher dazu äußern. Ein Sprecher sagte der Zeitung lediglich: "Die Deutsche Bank arbeitet immer und überall, in allen Ländern, kooperativ mit ermittelnden Behörden zusammen."

Mueller untersucht die mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf und die mögliche Verwicklung des Trump-Teams in diese Interventionen. Er interessiert sich deshalb etwa auch für die Finanzverbindungen der Trump-Familie zu russischen Geschäftsleuten.

Zumal die Deutsche Bank in Geldwäschepraktiken russischer Staatsbürger verwickelt war, äußerten Abgeordnete der oppositionellen US-Demokraten bereits vor Monaten den Verdacht, dass das Finanzinstitut in irgendeiner Form in Verbindungen Trumps nach Russland involviert gewesen sein könnte.

In einem Brief an Deutsche-Bank-Chef John Cryan im Juni mutmaßten die Parlamentarier, dass die Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden sein "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung" gestanden haben könnten.

Die Deutsche Bank weigerte sich aber, der Aufforderung der Abgeordneten nachzukommen und Unterlagen über die Trump-Familie an den Kongress zu übergeben. Sie begründete dies mit dem Bankgeheimnis.

Sollte Mueller nun tatsächlich die Subpoena an die Bank ausgestellt haben, käme dies den Medienberichten zufolge der Bank gar nicht einmal ungelegen. Durch Übergabe der Unterlagen an den Sonderermittler könnte sie verhindern, im Grabenkampf um Trump "zwischen den politischen Fronten zerrieben" zu werden, schrieb das "Handelsblatt". Die Geschäftsbeziehungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach den Pleiten, die Trump in den neunziger Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City erlitten hatte, machten die meisten großen Banken einen Bogen um ihm. Die Deutsche Bank gehörte damals zu den wenigen Instituten, die bereit waren, ihm aus der Patsche zu helfen.

Zeitweise stand Trump laut US-Medienberichten bei der Deutschen Bank mit 340 Millionen Dollar (nach heutigem Wert 286 Millionen Euro) in der Kreide. Inzwischen soll es weniger sein.

Der US-Präsident hatte im Juli gewarnt, sollte der Sonderermittler die Finanzverhältnisse seiner Familie unter die Lupe nehmen, würde er damit die Grenzen seiner Zuständigkeiten überschreiten.

Die Ermittlungsarbeit Muellers hatte zuletzt brisante Ergebnisse hervorgebracht. So bekannte sich Trumps früherer Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn in der vergangenen Woche unter dem Druck der Ermittlungen schuldig, die Bundespolizei FBI über den Inhalt seiner Gespräche mit dem russischen Botschafter belogen zu haben. Flynn kooperiert inzwischen mit dem Sonderermittler.  (U.Stolizkaya--DTZ)

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