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Oslo: Gegen Atomwaffen - Friedensnobelpreis an ICAN

Sonntag, 10. Dezember 2017

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hat am Sonntag den Friedensnobelpreis verliehen bekommen. Ican-Direktorin Beatrice Fihn nahm den Preis bei der feierlichen Zeremonie im Rathaus von Oslo gemeinsam mit einer Überlebenden des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, der 85-jährigen Japanerin Setsuko Thurlow, entgegen. Thurlow hielt eine bewegende Ansprache, in der sie an den US-Atombombenangriff auf Hiroshima im August 1945 erinnerte.

"Mit einer Bombe wurde meine geliebte Stadt ausgelöscht. Die meisten ihrer Einwohner waren Zivilisten, die verbrannten, verdampften, verkohlten - unter ihnen Mitglieder meiner eigenen Familie und 351 meiner Schulfreunde", sagte Thurlow. In den folgenden Monaten und Jahren seien tausende weitere Menschen durch die Strahlungen getötet worden. Thurlow sagte: "Jede Sekunde an jedem Tag bedrohen Atomwaffen jeden, den wir lieben und alles, was wir wertschätzen. Wir dürfen diesen Irrsinn nicht länger tolerieren."

Vor der Zeremonie hatte Ican-Direktorin Fihn vor einer "extrem gefährlichen Situation" in Nordkorea gewarnt. "Wenn Sie besorgt sind, dass Donald Trump Atomwaffen hat oder Kim Jong Un, dann sind Sie vermutlich über Atomwaffen besorgt, weil Sie erkennen, dass Abschreckung nicht immer funktioniert", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Trump und Kim seien Menschen, die über "das Ende der Welt" entscheiden könnten.

Die 2007 als Zusammenschluss von mehr als 300 Nichtregierungsorganisationen gegründete Ican hatte sich maßgeblich für den von 122 UN-Staaten unterzeichneten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen eingesetzt. Die neun Atommächte haben den Vertrag allerdings nicht unterzeichnet. Entgegen der Tradition hatten die drei Atommächte Großbritannien, Frankreich und die USA angekündigt, bei der Preisverleihung nicht mit ihren Botschaftern vertreten zu sein.

Ican war der Nobelpreis Anfang Oktober zugesprochen worden. Die Kampagne mache auf die "katastrophalen humanitären Folgen" von Atomwaffen aufmerksam und versuche mit "bahnbrechenden Bemühungen", ein Verbot solcher Waffen auf Basis eines Vertrags zu erreichen, hieß es damals in der Begründung.  (P.Tomczyk--DTZ)

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