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USA: Steve Bannon geht auf Distanz zu Zitaten aus Enthüllungsbuch

Dienstag, 09. Januar 2018

Die Kontroverse über das Enthüllungsbuch über US-Präsident Donald Trump schlägt weiter hohe Wellen. Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon ging am Sonntag (Ortszeit) zu seinen Äußerungen in dem Buch auf Distanz, die Zitate bestritt er jedoch nicht. Trumps Politikberater Stephen Miller sagte unterdessen im Nachrichtensender CNN, Trump sei "ein politisches Genie" und Wolff der "Müll-Autor eines Müll-Buchs".

In einer Erklärung Bannons auf der Nachrichten-Website Axios hieß es, er "bedaure", dass seine späte Reaktion auf die "fehlerhafte Berichterstattung" zu seinen Äußerungen über Donald Trump junior "die Aufmerksamkeit von den historischen Leistungen des Präsidenten abgelenkt" habe. In dem Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) zitiert der Autor Michael Wolff Bannon mit dem Vorwurf, Trumps ältester Sohn habe sich mit einem Treffen im Juni 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja "verräterisch" und "unpatriotisch" verhalten.

Bei dem Gespräch während des US-Präsidentschaftswahlkampfs ging es um möglicherweise kompromittierendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton von der Demokratischen Partei. An der Begegnung im New Yorker Trump Tower im Juni 2016 hatten auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilgenommen. Der Republikaner Trump steht wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams massiv unter Druck.

Bannon erklärte dazu nun, Donald Trump junior sei "ein Patriot und ein guter Mensch". Er habe seinen Vater immerfort unterstützt und die "Agenda, die dazu beigetragen hat, unser Land umzukrempeln".

Trumps ehemaliger Chefberater führte aus, seine Erfahrung als Marinesoldat auf der Jagd nach sowjetischen U-Booten während des Kalten Krieges habe seine Äußerungen über das Treffen mit der russischen Anwältin beeinflusst. Eigentlich habe seine Kritik dem erfahrenen Kampagnenchef Manafort gegolten. Der "hätte wissen müssen", dass die Russen "doppelzüngig, gerissen und nicht unsere Freunde sind".

Trumps Politikberater Miller sagte über Bannon auf CNN, dieser sei "rachsüchtig" und habe den "Bezug zur Realität" verloren. Über Trump sagte Miller, dieser sei ein "Genie" und habe bei den Vorwahlen der Republikaner "17 unglaublich talentierte Personen besiegt". Er habe "die Bush-Dynastie gestürzt", die ihrerseits die Clinton-Dynastie gestürzt habe. Das Buch von Wolff sei ein "sehr schlecht geschriebener Roman".

Der US-Präsident feierte anschließend den Auftritt seines Redenschreibers. Miller habe bei "Fake News CNN" den Interviewer Jack Tapper "zerstört", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Trump hatte nach Bekanntwerden der Bannon-Zitate aus dem Buch erklärt, Bannon habe "nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft" zu tun gehabt. "Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand", zürnte der US-Präsident. Am Freitag legte er nach und schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, bei seiner Entlassung im August habe Bannon "geweint" und "um seinen Job gebettelt".

Wolffs Buch enthält zahlreiche Zitate von wichtigen Trump-Mitarbeitern, die Zweifel an dessen Befähigung für das Präsidentenamt äußern. Es zeichnet ein düsteres Bild von der Trump-Präsidentschaft, von Chaos und Intrigen im Weißen Haus und von einem Staatschef, der wegen seiner Führungsschwäche von den eigenen Mitarbeitern verhöhnt wird.

Vorab in den Medien veröffentlichte Auszüge des Enthüllungsbuchs sorgten für einen derartigen Wirbel, dass sich der Verlag entschied, den ursprünglich für Dienstag vorgesehenen Erscheinungstermin auf Freitag vorzuziehen. Trump bezeichnete "Fire and Fury", das sofort zum Bestseller wurde, rundweg als "Fake-Buch" voller Verleumdungen.  (S.A.Dudajev--DTZ)

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