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Nigeria: Tausende nehmen an Trauerfeier für 80 getötete Bauern teil

Donnerstag, 11. Januar 2018

Nach tödlichen Kämpfen zwischen Bauern und Viehhirten in Nigeria ist mit einer riesigen Trauerfeier der 80 Todesopfer gedacht worden. Auf einem Platz in Makurdi, der Hauptstadt des südöstlichen Bundesstaats Benue, versammelten sich am Donnerstag zehntausende Menschen, um den Toten die letzte Ehre zu erweisen. 73 der 80 Opfer, darunter schwangere Frauen, Kinder und Alte, sollten nach Behördenangaben anschließend bei einem Massenbegräbnis am Stadtrand beigesetzt werden.

Bei den Kämpfen zwischen Bauern und Viehhirten waren in den vergangenen Tagen 80 Menschen getötet worden. Hintergrund sind Landstreitigkeiten zwischen den Hirten der muslimischen Fulani-Volksgruppe und den christlichen Bauern. Der Konflikt war am 31. Dezember eskaliert, zehntausende Menschen wurden in die Flucht getrieben.

Ein neues Gesetz verbietet es den Viehhirten in Benue, weiterhin als Nomaden durch den Bundesstaat zu ziehen. Damit sollten die blutigen Konflikte um Weide- und Ackerland beendet werden. Doch Vertreter der muslimischen Hirten lehnten das Verbot ab. Eine Krisensitzung unter der Leitung von Nigerias Präsident Muhammadu Buhari brachte am Montag keinen Durchbruch. Benues Gouverneur Samuel Ortom erklärte anschließend, er werde das Gesetz nicht zurücknehmen.

Buhari ordnete an, die Polizeipräsenz in der Krisenregion zu verstärken. Am Mittwoch entsandte auch die Armee Spezialkräfte in die Bundesstaaten Benue, Taraba und Nasarawa, "um gefährdete Gemeinden zu sichern und weitere Angriffe zu verhindern", wie Buharis Büro mitteilte. Acht mutmaßliche Angreifer seien festgenommen worden.

Auch in anderen Bundesstaaten im ethnisch und religiös gemischten Zentrum Nigerias war es in den vergangenen Wochen zu blutigen Kämpfen zwischen sesshaften Landwirten und Viehhirten gekommen.

Der Konflikt schwelt bereits seit Jahrzehnten. Die International Crisis Group (ICG) hatte im Herbst davor gewarnt, dass die Auseinandersetzungen für Nigeria möglicherweise so gefährlich werden könnten wie der Aufstand der Islamistengruppe Boko Haram im Nordosten des Landes. Boko Haram kämpft dort seit 2009 für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 20.000 Menschen getötet. 2,6 Millionen Menschen flohen vor der Gewalt.  (W.Novokshonov--DTZ)

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