AfD Richtungsstreit: Petry will bei Niederlage Parteivorsitz behalten

Freitag, 21. April 2017

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry will nach den Worten ihres Mannes Marcus Pretzell auch bei einer Niederlage im parteiinternen Richtungsstreit Parteichefin bleiben. "Es wäre verantwortungslos, als Parteivorsitzende die Partei kurz vor dem Wahlkampf im Regen stehen zu lassen", sagte der nordrhein-westfälische AfD-Vorsitzende Marcus Pretzell am Freitag (21.04.2017) in einem Interview. Petry und auch er könnten mit "demokratischen Entscheidungen ganz erwachsen" umgehen.

Petry hatte vor dem AfD-Parteitag am Wochenende (22.-23.04.2017) in Köln angekündigt, nicht für eine alleinige Spitzenkandidatur oder im Team zur Verfügung zu stehen. Die Parteichefin gab als Begründung an, dass der künftige Kurs der AfD geklärt werden müsse. Petry will die AfD auf dem Bundesparteitag mit einem Antrag zu einer Entscheidung zwingen zwischen dem von ihr favorisierten "realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei" und einer fundamentaloppositionellen Strategie.

Es müsse die Frage geklärt werden, "wie die Partei in den kommenden Jahren ausgerichtet wird, wie sie sich in der Öffentlichkeit präsentiert und welche Wählerschichten sie am Ende ansprechen möchte", sagte Pretzell. Das müsse nicht unbedingt im Streit geschehen. Petry steht parteiintern massiv in der Kritik. Ihre Widersacher werfen ihr vor, die AfD spalten zu wollen.

Pretzell räumte ein, dass die Vertreter eines "realpolitischen bürgerlichen" Kurses bei einer Niederlage des Petry-Lagers auf dem Parteitag an Bedeutung in der Partei verlieren würden. Insofern habe die AfD eine wichtige Entscheidung zu treffen.  (S.A.Dudajev--DTZ)

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