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Steinmeier mahnt europäische Solidarität in der Flüchtlingspolitik an

Mittwoch, 03. Mai 2017

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat anlässlich seines Antrittsbesuchs in Italien eine gesamteuropäische Solidarität in der Flüchtlingspolitik gefordert. Italien und Deutschland trügen derzeit "die größte Last der Folgen von Flucht und Migration in Europa", sagte Steinmeier in einem Interview vom heutigen Mittwoch (03.05.2017). In Rom besuchte er die Ardeatinischen Höhlen, wo im März 1944 bei einem Massaker der SS 335 Zivilisten ermordet wurden.

"Die größten Herausforderungen für die Europäische Union schienen lange Zeit vor allem Krisen außerhalb Europas zu sein", sagte Steinmeier dem "Corriere della Sera". "Heute erleben wir in Europa selbst hitzige Debatten über den Weg, den wir in einer sich rasant verändernden Welt einschlagen sollen." Dabei verlaufe die Trennlinie immer weniger zwischen "links" und "rechts", sondern "zwischen Abschottung und Offenheit, Angst und Zuversicht".

Die EU müsse in der Flüchtlingspolitik zusammenarbeiten, mahnte Steinmeier. Erforderlich seien "nachhaltige Bekämpfung von Fluchtursachen", "wirksamer Schutz der Außengrenzen" und die "solidarische Verteilung von Aufgaben und Lasten zwischen den europäischen Partnern".

Zusammen mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella besuchte Steinmeier die Ardeatinischen Höhlen im Süden von Rom, wo im März 1944 bei einem Massaker der SS 335 Zivilisten ermordet wurden. Auch eine Diskussionsrunde mit Studenten und Treffen mit Ex-Präsident Giorgio Napolitano und dem italienischen Regierungschef Paolo Gentiloni standen auf seinem Besuchsprogramm. Abschließend empfängt Steinmeier am Donnerstagmorgen in der deutschen Botschaft Vertreter aus Politik und Gesellschaft.

Steinmeier äußerte sich in Interview zuversichtlich über die deutsch-italienischen Beziehungen. Wenige Länder hätten "so enge Beziehungen wie Italien und Deutschland", sie seien politisch und menschlich tief und von besonderem Vertrauen geprägt. "Italien ist und bleibt das Sehnsuchtsland der Deutschen - und ich teile diese fast schon legendäre Leidenschaft meiner Landsleute", sagte der Bundespräsident.  (U.Beriyev--DTZ)

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