23.10.2017
 Berlin
 10 °C
 Leichter Nieselregen
 Hamburg
 11 °C
 Leichter Nieselregen
 Köln
 12 °C
 Regenschauer
 Dresden
 10 °C
 Überwiegend bewölkt
 Leipzig
 10 °C
 leichte Regenschauer
 Rostock
 10 °C
 leichte Regenschauer
 Hannover
 11 °C
 leichte Regenschauer
 Duisburg
 12 °C
 Regenschauer
 Nürnberg
 8 °C
 Überwiegend bewölkt
 Stuttgart
 10 °C
 Überwiegend bewölkt
 Bremen
 11 °C
 Leichter Nieselregen

UN-Chef bittet um mehr als 800 Millionen Euro Nothilfe für Somalia

Donnerstag, 11. Mai 2017

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die internationale Gemeinschaft zu dringender Hilfe für das Krisenland Somalia aufgerufen. Gebraucht würden 828 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln, um den Menschen in dem von Krieg und Dürre heimgesuchten Land zu helfen, sagte Guterres am gestrigen Donnerstag (11.05.2017) auf einer Somalia-Konferenz in London. Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed bat um Hilfe gegen "Somalias drei wütende Feinde - Terrorismus, Korruption und Armut".

In Somalia gibt es seit mehr als einem Vierteljahrhundert keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die Not in dem ohnehin armen und instabilen Staat wird seit Monaten durch eine verheerende Dürre verschärft. Mehr als sechs Millionen Menschen - fast die Hälfte der Bevölkerung - seien auf Unterstützung angewiesen, sagte Guterres. Nach UN-Angaben droht die Zahl der akut unterernährten Kinder in Somalia bis Ende des Jahres auf 1,4 Millionen zu steigen, 50 Prozent mehr als Ende 2016.

Die Dürre sei derzeit das "drängendste Problem" Somalias, warnte der UN-Chef. Weitere große Aufgaben seien die Stabilisierung der Sicherheitslage, mehr politische Transparenz und verantwortungsvolle Regierungsführung.

Der neue somalische Präsident Mohamed sagte, er wolle alles daransetzen, die Potenziale des Landes zu entfalten - vor allem im Handel. Dies sei, was die Somalier "am besten können".

Die eintägige internationale Konferenz hatte sich zum Ziel gesetzt, einen neuen Plan von Somalia und den Gebernationen für die weitere Entwicklung bis zum Jahr 2020 auf den Weg zu bringen. Den Vorsitz führten Guterres, Mohamed und die britische Premierministerin Theresa May.

May sagte, Hilfe für Somalia liege im Interesse der internationalen Gemeinschaft. Diese bekomme es zu spüren, "wenn Somalia eine Bastion terroristischer Gruppen ist, wenn der globale Handel von Piraten im Indischen Ozean angegriffen wird oder wenn Millionen Menschen fliehen, um Armut und Dürre zu entkommen".
Der britische Außenminister Boris Johnson mahnte, Somalia dürfe sich nicht immer auf Hilfe von außen verlassen. "Seine eigenen Sicherheitskräfte werden die Verantwortung für die Sicherheit des Landes übernehmen müssen", sagte er. Von der somalischen Regierung forderte Johnson unter anderem einen "genauen Plan für die Bildung einer nationalen Armee".

Deutschland wurde auf der Konferenz von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) vertreten. Gabriel war vergangene Woche in der Hauptstadt Mogadischu zu Besuch. Dort kündigte er an, dass Deutschland seine bisherige Hilfe von 70 Millionen Euro mindestens verdoppeln werde. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte bei der Konferenz 200 Millionen Euro Hilfen aus Brüssel zu.

In Somalia gibt es seit dem Sturz des Machthabers Siad Barre 1991 keine funktionierende Zentralregierung. Die islamistische Shebab-Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates.

Vor einigen Jahren konnte die Miliz von Regierungssoldaten und einer Truppe der Afrikanischen Union (AU) aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben werden. Allerdings kontrollieren die Rebellen immer noch einige ländliche Regionen und verüben regelmäßig Anschläge.  (U.Stolizkaya--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top