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Bundeswehr: Unterstützung von Jordanien für Standortverlegung

Sonntag, 21. Mai 2017

Der jordanische König Abdullah hat für den Fall einer Verlegung des Bundeswehr-Kontingents vom türkischen Incirlik nach Jordanien laut Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) seine Mithilfe angeboten. "Er hat jede Art von Unterstützung für den Fall zugesagt, dass eine Verlegung der Tankflugzeuge und Tornados notwendig werden sollte", sagte von der Leyen aktuell in einem Interview.

Die Ministerin hatte am Samstag mit dem jordanischen König gesprochen. Am Freitag hatte sie den jordanischen Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti Air Base in Al Azraq besucht, der als Alternativstandort zum türkischen Standort Incirlik gilt. "Was ich gesehen habe, ist besser, als was wir erwartet haben", sagte sie dazu. Auf dem Stützpunkt seien "nicht nur die Jordanier, sondern auch Amerikaner, Niederländer und Belgier. Und die Jordanier sind ausgesprochen hilfsbereit", fügte sie hinzu.

Bei den Flügen der derzeit in Incirlik stationierten Tornados und Tankflugzeugen werde im Falle eines Umzugs "eine gewisse Lücke" entstehen, räumte die Ministerin in einem TV-Interview ein. "Aber wir versuchen sie so gering wie möglich zu halten, sollte die politische Entscheidung für Jordanien fallen."

Ein Erkundungsteam der Bundeswehr hält die Muwaffak Salti Air Base ebenfalls für geeignet, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann setzte der Bundesregierung eine Frist. Wenn es Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Nato-Gipfel am Donnerstag nicht gelinge, die Türkei zur Umkehr zu bewegen, "brauchen wir Alternativ-Standorte", sagte Oppermann der "Bild am Sonntag". Dies gelte für Incirlik sowie für die Awacs-Mission, die im türkischen Konya stationiert sei.

Deutschland beteiligt sich von Incirlik aus mit Aufklärungstornados und Tankflugzeugen am Kampf gegen die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS). Von Konya aus starten Awacs-Aufklärungsflugzeuge der Nato zu Einsätzen im Rahmen des Kampfes gegen den IS.

Das erneute Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete in Incirlik hatte die Debatte um einen Abzug der deutschen Soldaten von der türkischen Luftwaffenbasis wieder aufflammen lassen. Das Parlament dringt auf eine Entscheidung bis Anfang Juni. Hintergrund der Weigerung Ankaras ist offenbar, dass Deutschland zuletzt mehreren Offizieren der türkischen Armee Asyl gewährte.  (V.Sørensen--DTZ)

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