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Terrorziel Kinder - 22 Tote bei Selbstmordanschlag in Manchaster

Dienstag, 23. Mai 2017

Bei einem mutmaßlichen Anschlag nach einem Popkonzert in der englischen Stadt Manchester sind Polizeiangaben zufolge mindestens 22 Menschen getötet und etwa 60 weitere verletzt worden. Der Vorfall in der Manchester Arena werde vorerst als "terroristischer" Akt eingestuft, bis weitere Erkenntnisse vorlägen, erklärte die Polizei in der Nacht zum Dienstag. Mehrere Zeugen sprachen von einer heftigen Explosion kurz vor Mitternacht (MESZ). Das Konzert hatte die US-Sängerin Ariana Grande gegeben.

Es handele sich um einen "ernsten Vorfall" sagte die Polizei bereits kurz nach der Bombenexplosion. Die Verkehrspolizei nahm in einer Erklärung Bezug auf "Berichte über eine Explosion im Eingangsbereich" der Arena. Medien berichteten von zwei Explosionen in der 21.000 Zuschauer fassenden Halle. Die Polizei war auch mit Bombenentschärfern vor Ort.

Die Ursache der Explosion war zunächst jedoch unklar. Bis auf weiteres werde von einem "terroristischen Vorfall" ausgegangen, sagte der Polizeichef für den Großraum Manchester, Ian Hopkins. Die Polizei arbeite "eng" mit den Stellen der nationalen Terrorabwehr und den Geheimdienstpartnern Großbritanniens zusammen. In Großbritannien gilt seit August 2014 die zweithöchste Terrorwarnstufe 4.

Das US-Heimatschutzministerium, der wichtigste ausländische Geheimdienstpartner Londons, erklärte, es verfolge die Entwicklung der Lage genau. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, zeigte sich bei Twitter bestürzt: "Schreckliche Nachrichten aus Manchester."

Auch die britische Premierminister Theresa May sprach von einem "Anschlag". "Wir arbeiten daran, alle Einzelheiten dessen zu ermitteln, was von der Polizei als ein schrecklicher terroristischer Anschlag behandelt wird", erklärte May wörtlich. Sie drückte den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus.

Sängerin Ariana Grande zeigte sich erschüttert. Ihr fehlten die Worte, twitterte sie.

Auf Bildern und Videos in sozialen Netzwerken waren Menschen in Panik in der Konzerthalle zu sehen. Während Polizei und Augenzeugen von einer Explosion im Foyer der Halle sprachen, erklärten die Arena-Betreiber, die Detonation habe sich außerhalb der Halle im öffentlichen Raum ereignet.

Konzertbesucher Gary Walker sagte dem Sender BBC Radio 5 Live, er sei von einem Splitter am Fuß getroffen worden und seine Frau habe eine Bauchverletzung erlitten. "Wir hörten den letzten Song und dann gab es plötzlich einen riesigen Blitz und einen Knall und Rauch." "Wir verließen nach dem Konzert von Ariana Grande gegen 23.30 Uhr gerade die Halle, als wir einen Knall wie von einer Explosion hörten, der alle in Panik versetzte und alle versuchten aus dem Saal zu flüchten", sagte der 22-jährige Majid Khan der Nachrichtenagentur Press Association. "Das war Panik."

Eine andere Zeugin, Isabel Hodgins, sagte nach Informationen von Deutsche Tageszeitung: "Jeder war in Panik, sie drängten die Treppen hinauf. Der Flur war voll, es roch nach einem Brand." Überall sei Rauch gewesen. Der 22-jährige Robert Tempkin sagte der BBC: "Einige Menschen schrien, sie hätten Blut gesehen, aber andere sagten, Ballons seien geplatzt oder ein Lautsprecher sei zusammengekracht."

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, den Bereich um die Arena in der nordwestenglischen Stadt zu meiden. Der Veranstaltungsort sei abgeriegelt. Zahlreiche Polizeifahrzeuge und Krankenwagen waren im Einsatz. Die Bahngesellschaft Northern Railway teilte mit, dass der Zugverkehr zum Victoria-Bahnhof in Manchester, der unter der Arena liegt, vorübergehend eingestellt worden sei. In der Umgebung der Halle kam es zu einem Verkehrschaos.

Kurze Zeit nach dem Vorfall in der Arena führte die Polizei eine kontrollierte Sprengung in einem nahegelegenen Park aus. Später gab sie aber Entwarnung, weil es sich bei dem verdächtigen Gegenstand lediglich um herrenlose Kleidungsstücke gehandelt habe.  (A.Nikiforov--DTZ)

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