23.10.2017
 Berlin
 9 °C
 Überwiegend bewölkt
 Hamburg
 10 °C
 leichte Regenschauer
 Köln
 10 °C
 leichte Regenschauer
 Dresden
 8 °C
 Überwiegend bewölkt
 Leipzig
 9 °C
 Bewölkt
 Rostock
 10 °C
 Überwiegend bewölkt
 Hannover
 9 °C
 Leichter Nieselregen
 Duisburg
 10 °C
 Überwiegend bewölkt
 Nürnberg
 7 °C
 Überwiegend bewölkt
 Stuttgart
 7 °C
 Überwiegend bewölkt
 Bremen
 10 °C
 leichte Regenschauer

Trumps Abkehr von Klima-Abkommen stößt in Europa auf Kritik

Donnerstag, 01. Juni 2017

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen ist in Europa auf massive Ablehnung gestoßen. Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens erteilten Trumps Forderung nach Neuverhandlung des Abkommens in einer gemeinsamen Erklärung eine umgehende Absage. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte ihr Bedauern über Trumps Schritt und rief zu weiteren Anstrengungen für den Klimaschutz auf.

Berlin, Paris und Rom schickten mit ihrer gemeinsamen Stellungnahme eine klare Botschaft nach Washington: "Wir betrachten die im Dezember 2015 in Paris erzeugte Dynamik als unumkehrbar und sind der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen von Paris nicht neu verhandelt werden kann, da es ein lebenswichtiges Instrument für unseren Planeten, unsere Gesellschaften und unsere Volkswirtschaften darstellt."

Trump hatte zuvor angekündigt, seine Regierung wolle in neue internationale Verhandlungen über ein Klimaschutz-Abkommen einsteigen, um einen "fairen" Deal für die Vereinigten Staaten zu erreichen. Mit sofortiger Wirkung werde seine Regierung die Umsetzung von Maßnahmen einstellen, die der Erfüllung der Vorgaben aus dem Pariser Abkommen dienten.

Nach dem Ausscheren der USA müssten die Europäer ihre Anstrengungen weiter verstärken, hieß es in der Erklärung aus Berlin, Paris und Rom. "Wir ermutigen alle unsere Partner, ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu beschleunigen."

Die EU-Kommission kündigte an, eine Führungsrolle beim weltweiten Klimaschutz ausüben zu wollen: "Die Welt kann auf Europa zählen." Sie bedaure Trumps Entscheidung "zutiefst", erklärte die Kommission. UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete die Abkehr der USA als "große Enttäuschung". Es sei "wichtig, dass die USA eine weltweite Führungsmacht in Umweltfragen bleiben".

Die von der SPD gestellten Minister der Bundesregierung veröffentlichten am Abend eine eigene, scharf formulierte Stellungnahme: "Die Vereinigten Staaten schaden sich selbst, uns Europäern und allen anderen Völkern der Welt", hieß es darin.

Die SPD-Bundesminister riefen die internationale Gemeinschaft auf, sich der Entscheidung der USA entgegenzustellen. "Lassen wir uns von Kurzsichtigkeit Einzelner nicht anstecken", forderten sie. "Die Weltgemeinschaft muss jetzt zusammenhalten. Klimapolitik ist Friedenspolitik."

Unterzeichnet ist die Erklärung von den SPD-Ministern Sigmar Gabriel (Äußeres), Brigitte Zypries (Wirtschaft), Heiko Maas (Justiz), Andrea Nahles (Arbeit), Manuela Schwesig (Familie), Barbara Hendricks (Umwelt) sowie von der Integrations-Staatssekretärin Aydan Özoguz.

Die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir erklärten: "Trump wählt den Weg in die Isolation. Als Geisterfahrer irrt er der Weltgemeinschaft entgegen, die sich längst aufgemacht hat in Richtung Klimaschutz." Für Freitagmorgen riefen sie zu einer Protestaktion vor der US-Botschaft in Berlin auf.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, kritisierte, mit seiner Ankündigung erweise sich US-Präsident Trump als "Menschheitsrisiko". Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss warf Trump eine "moralische Bankrotterklärung" vor. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellenhuber, warf der US-Regierung vor, ihrem eigenen Land zu schaden.

Das Pariser Abkommen gilt als Meilenstein im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Darin verpflichtete sich fast die gesamte Staatengemeinschaft dazu, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.  (A.Nikiforov--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top