20.10.2017
 Berlin
 15 °C
 leichte Regenschauer
 Hamburg
 14 °C
 Regenschauer
 Köln
 15 °C
 leichte Regenschauer
 Dresden
 15 °C
 klarer Himmel
 Leipzig
 17 °C
 klarer Himmel
 Rostock
 14 °C
 leichter Regen
 Hannover
 14 °C
 vereinzelt Wolken
 Duisburg
 14 °C
 leichte Regenschauer
 Nürnberg
 16 °C
 klarer Himmel
 Stuttgart
 17 °C
 Überwiegend bewölkt
 Bremen
 15 °C
 Teils bewölkt

EU und China bekräftigen Bekenntnis zu Pariser Klimaabkommen

Freitag, 02. Juni 2017

Jetzt erst recht: Angesichts des geplantes Ausstiegs der USA aus dem Pariser Klimaabkommen wollen andere einflussreiche Länder sich umso stärker im Kampf gegen die Erderwärmung engagieren. Die EU und China bekräftigten bei einem Besuch des chinesischen Regierungschef Li Keqiang am heutigen Freitag (02.06.2017) in Brüssel ihr Bekenntnis zum Pariser Abkommen. "Entschlossener denn je" werde die internationale Gemeinschaft gegen den Klimawandel kämpfen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker machte bei dem Gipfeltreffen mit Li deutlich, es gebe keinen "Rückwärtsgang bei der Energiewende" und "kein Zurückweichen beim Pariser Abkommen". Li warnte, die Welt werde ohne multilaterale Übereinkünfte zum "Dschungel". Merkel sagte zu Trumps Entscheidung gegen das Pariser Abkommen, diese könne und werde "alle, die wir uns dem Schutz unserer Erde verpflichtet fühlen, nicht aufhalten". "Entschlossener denn je werden wir in Deutschland, in Europa und in der Welt alle Kräfte bündeln, große Menschheitsherausforderungen wie die des Klimawandels aufzunehmen und erfolgreich diese Herausforderungen zu bewältigen", betonte die Kanzlerin.

Merkel hatte nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert noch am Donnerstagabend mit Trump telefoniert, um "sehr deutlich" ihr Bedauern über dessen Entscheidung auszudrücken.

Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth vereinbarte am Freitag mit dem russischen Umweltminister Sergej Donskoj eine vertiefte Zusammenarbeit im Umwelt- und Klimaschutz. Gerade wegen Trumps Klimapolitik sei dies "ein wichtiges Signal", erklärte Flasbarth in St. Petersburg.

Trump hatte am Donnerstag verkündet, er werde ab sofort die "schlechte" Klimaschutzvereinbarung von 195 Staaten nicht mehr umsetzen. Das Pariser Abkommen gehe einseitig zu Lasten seines Landes und koste dort Jobs. Ihren Ausstieg können die USA aber frühestens im November 2019 beantragen, in Kraft treten kann die Entscheidung frühestens ein weiteres Jahr später - einen Tag nach der nächsten US-Präsidentenwahl.

Der US-Präsident forderte Verhandlungen über ein neues internationales Klimaabkommen. Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens erteilten dieser Forderung umgehend eine Absage. "Wir betrachten die im Dezember 2015 in Paris erzeugte Dynamik als unumkehrbar", erklärten sie gemeinsam.

Auch EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete bekräftigte am Freitag diese Ablehnung. Der Kampf gegen den Klimawandel könne nicht von Wahlergebnissen in einzelnen Ländern abhängen, sagte er mit Blick auf den seit Januar amtierenden US-Präsidenten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte, der internationale Kampf gegen den Klimawandel sei "nicht zu stoppen".

Der Vorsitzende des UN-Klimagipfels von 2015, Laurent Fabius, nannte Trumps Entscheidung "beschämend". Frankreichs neuer Staatschef Emmanuel Macron lud frustrierte Klimawissenschaftler und Unternehmer aus den USA ein, in Frankreich zu arbeiten und - in Anlehnung an Trumps Wahlkampfslogan Make America Great Again - "unseren Planeten wieder großartig zu machen". Die demokratischen Gouverneure von Kalifornien, New York und Washington schlossen sich rasch zu einem Bündnis zusammen und versprachen, die Richtlinien des Pariser Abkommens zu respektieren. Viele US-Bürgermeister folgten ihrem Beispiel.

Aus Solidarität mit dem Pariser Abkommen wurden mehrere Gebäude in New York grün angestrahlt. Auf die Fassade der US-Botschaft in Berlin projizierten Greenpeace-Aktivisten in typischem Trump-Stil die Botschaft "Total loser, so sad!". Dagegen begrüßte der republikanische Sprecher im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, Trumps Entscheidung.

Das nach jahrelangen Verhandlungen im Dezember 2015 unterzeichnete Pariser Abkommen gilt als Meilenstein des Klimaschutzes. Die Teilnehmerstaaten verpflichten sich dazu, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Die USA sind der weltweit zweitgrößte Treibhausgas-Verursacher nach China. Die Weltmeteorologiebehörde erklärte am heutigen Freitag (02.06.2017) in Genf, nach vorläufigen Berechnungen könnte ein Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen die Erderwärmung um weitere bis zu 0,3 Grad verstärken.  (W.Novokshonov--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top