22.08.2017
 Berlin
 17 °C
 klarer Himmel
 Hamburg
 18 °C
 vereinzelt Wolken
 Köln
 23 °C
 klarer Himmel
 Dresden
 17 °C
 klarer Himmel
 Leipzig
 18 °C
 klarer Himmel
 Rostock
 -- °C
 --
 Hannover
 18 °C
 klarer Himmel
 Duisburg
 23 °C
 klarer Himmel
 Nürnberg
 20 °C
 vereinzelt Wolken
 Stuttgart
 23 °C
 klarer Himmel
 Bremen
 18 °C
 Teils bewölkt

Kabul: Viele Tote und Verletzte durch Explosionen bei Trauerfeier

Sonntag, 04. Juni 2017

Bei einer Trauerfeier in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Samstag zahlreiche Menschen durch Explosionen getötet oder verletzt worden. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sprach von sechs Toten und 87 Verletzten. Nach Angaben von Augenzeugen gab es drei Explosionen. Einem Sprecher des Innenministeriums zufolge war die Explosionsursache zunächst unklar.

Es war die Trauerfeier für Salim Esadjar, den Sohn eines prominenten Politikers, der bei den Protesten gegen die Regierung am Freitag getötet worden war. Fernsehbilder vom Explosionsort zeigten Leichen und abgerissene Körperteile. Ein Augenzeuge sagte, die Opfer seien "in Stücke gerissen" worden. Zunächst war von mindestens zehn Toten die Rede gewesen.

Bei der Trauerfeier für Esadjar waren auch eine Reihe hochrangiger Regierungsvertreter, darunter der Regierungsgeschäftsführer und ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah. Laut seinem Büro blieb er unverletzt. Präsident Aschraf Ghani schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Das Land wird angegriffen. Wir müssen zusammenstehen." Eine mögliche Bekennerbotschaft gab es zunächst nicht.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften waren am Freitag in Kabul neben Esadjar mindestens drei weitere Menschen getötet worden. Die Polizei setzte scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer gegen die Regierungskritiker ein, die aus Ärger über den verheerenden Anschlag vom Mittwoch auf die Straße gegangen waren und den Rücktritt der Regierung forderten.

Bei dem Sprengstoffanschlag am Mittwoch waren in Kabul mindestens 90 Menschen getötet und mehr als 400 verletzt worden. Der Anschlag ereignete sich im hochgesicherten Diplomatenviertel; auch die deutsche Botschaft wurde erheblich beschädigt. Vor den Explosionen am Samstag hatten die Behörden aus Sorge, dass es weitere Anschläge geben könnte, Straßen im Stadtzentrum gesperrt. Es gebe Geheimdiensthinweise darauf, dass "unsere Feinde erneut versuchen, Versammlungen oder Demonstrationen anzugreifen", sagte Garnisonskommandeur Gul Nabi Ahmadsai. Er rief die Menschen auf, nicht zu protestieren.

Dennoch versammelten sich erneut dutzende Demonstranten in der Nähe des Präsidentenpalasts. Sie forderten Ghanis Regierung auf zurückzutreten. Ein Sprecher der Demonstranten warnte die Regierung, dass jedweder Versuch, die Demonstrationen zu unterbinden, sie als "Komplizen von Terrorgruppen und der Urheber der Attacken vom Mittwoch" erscheinen lasse. Es sei vielmehr die "Pflicht der Regierung, die Sicherheit der Demonstranten zu gewährleisten".

Die Vereinten Nationen in Afghanistan forderten die Demonstranten zur Zurückhaltung auf. In einer Erklärung der US-Botschaft hieß es, die "Feinde wollen den Volkszorn und die -trauer manipulieren, um Spaltung und Instabilität zu säen". Doch sie würden nicht siegen.  (S.A.Dudajev--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top