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Nach Londoner Anschlag noch 21 Menschen in Lebensgefahr

Montag, 05. Juni 2017

Nach dem neuerlichen Anschlag in London ringen mehr als 20 Menschen noch mit dem Tod. Von den 36 Verletzten im Krankenhaus befänden sich 21 in Lebensgefahr, teilten die britischen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Am Vorabend hatten drei Attentäter mit einem Lieferwagen und Messern mindestens sieben Menschen getötet und dutzende weitere verletzt, darunter zwei Deutsche. Die Polizei erschoss die mutmaßlichen Islamisten und nahm später zwölf Verdächtige fest.

Die Attentäter rasten gegen 22.00 Uhr (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) mit einem Lieferwagen auf der London Bridge im Herzen der britischen Hauptstadt in eine Menschenmenge, anschließend stachen sie in einem nahe gelegenen Ausgehviertel wahllos auf Menschen ein. Sieben Menschen starben, mehr als 50 weitere wurden verletzt.

Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Das ist für Allah" gerufen. Acht Minuten nach dem ersten Notruf erschossen Polizisten die drei Männer, die Sprengstoffattrappen trugen. Dazu hätten acht Polizeibeamte die "beispiellose" Zahl von 50 Schüssen auf die drei Angreifer abgegeben, teilte Mark Rowley von der Londoner Polizei mit. Dabei habe auch ein Unbeteiligter eine Schusswunde erlitten.

Am Sonntag teilten die Gesundheitsbehörden mit, dass noch 36 Verletzte im Krankenhaus behandelt würden. 21 von ihnen schwebten demnach in Lebensgefahr. Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wurden auch zwei Deutsche verletzt, einer von ihnen schwer.

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian teilte mit, dass ein Franzose zu den Todesopfern zähle und ein weiterer noch vermisst werde. Außerdem seien sieben Franzosen verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden, vier von ihnen befänden sich in Lebensgefahr. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau erklärte in Ottawa, es gebe auch ein kanadisches Todesopfer.

Angaben zur Identität der Angreifer und ihrem möglichen Motiv machte Scotland Yard zunächst nicht. Laut dem Sender Sky News durchsuchte die Polizei unter anderem das Haus eines der drei Attentäter. Bei Razzien im multi-ethnischen Viertel Barking im Osten Londons nahmen die Ermittler zwölf Verdächtige fest. Die Polizei erklärte später, sie sei "zunehmend zuversichtlich, dass diese Attacke von drei Individuen verübt" worden sei.

Es war der dritte Anschlag in Großbritannien binnen knapp drei Monaten. Ende März hatte ein mutmaßlich islamistischer Attentäter im Zentrum Londons fünf Menschen getötet. Am 22. Mai riss ein Selbstmordattentäter bei einem Pop-Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte beide Taten für sich.

Premierministerin May sprach am Sonntag von einer "bösartigen Ideologie des islamistischen Extremismus" und einem "neuen Trend in der Bedrohung, der wir ausgesetzt sind": Ein Attentäter "kopiert den anderen".

Die langjährige Innenministerin kündigte nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London neue Anti-Terror-Maßnahmen an, darunter ein entschlosseneres Vorgehen gegen islamistische Propaganda im Internet und härtere Strafen für Terrordelikte.

Aus aller Welt kamen Solidaritätsbekundungen. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Im Gedenken an die Anschlagsopfer sollte das Brandenburger Tor in Berlin laut Berliner Medien am Sonntagabend in den britischen Nationalfarben angestrahlt werden. Am Pariser Eiffelturm sollte die Beleuchtung des Eiffelturms in der Nacht ausgeschaltet werden.

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich stehe "mehr denn je an der Seite des Vereinigten Königreichs". Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte "die Grausamkeit und den Zynismus" der Attentäter.

US-Präsident Donald Trump schrieb im Onlinedienst Twitter: "Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und in Großbritannien zu helfen, wir werden da sein."

Wie schon beim Anschlag in Manchester setzten die britischen Parteien ihren Wahlkampf für die vorgezogene Parlamentswahl aus, nach Angaben Mays soll die Wahl aber wie geplant am Donnerstag stattfinden.

Für Sonntagabend stand ein Benefizkonzert mit Grande und weiteren Stars zugunsten der Opfer in Manchester auf dem Programm. Für Montagabend war eine Mahnwache für die Anschlagsopfer in London an der Tower Bridge geplant.

(A.Nikiforov--DTZ)

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