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USA: Überraschender Kurswechsel von Trump in Krise mit Katar

Mittwoch, 07. Juni 2017

Kurswechsel in der Krise mit Katar: US-Präsident Donald Trump hat sich im Streit mehrerer arabischer Länder mit dem Golf-Emirat überraschend um eine Einigung bemüht. In einem Telefonat mit dem saudiarabischen König Salman habe Trump am Dienstagabend die Notwendigkeit der Einheit der Golfstaaten betont, teilte das Weiße Haus mit. Wenige Stunden zuvor hatte Trump den Boykott Katars noch gelobt. Einem US-Medienbericht zufolge soll die diplomatische Krise mit Katar indes auf eine von russischen Hackern initiierte Fehlinformationskampagne zurückgehen.

Trump und König Salman sprachen laut Weißem Haus darüber, dass die Finanzierung von Terrororganisationen und die Förderung des Extremismus durch alle Nationen in der Region verhindert werden müsse. Trump bekräftigte demnach, dass ein einheitlicher Golfkooperationsrat unabdingbar für die Bekämpfung des Terrorismus und die Förderung regionaler Stabilität sei.

Kurz zuvor hatte Trump den Boykott Katars durch mehrere Nachbarländer noch als positives Resultat seiner Nahost-Politik beschrieben. Es sei "so gut zu sehen", dass sein kürzlicher Besuch in Saudi-Arabien "sich bereits auszahlt", schrieb Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar überraschend gekappt. Begründet wurde dies unter anderem mit Verbindungen Dohas zu "Terrororganisationen". Am Dienstagabend schlossen sich auch Jordanien und Mauretanien dem Boykott Katars an. Jordanien kündigte unter anderem an, die Lizenzen für den Ableger des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira in Amman zu entziehen.

Der US-Sender CNN berichtete derweil unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter, angeblich hätten russische Hacker eine "Fake News"-Geschichte bei der staatlichen Nachrichtenagentur Katars platziert, die Saudi-Arabien und andere Staaten zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Katar veranlasst habe. JEde Art eines Beweises blieben die US-Medien wie so üblich komplett schuldig, weshalb diese Art von Verdächtigungen als reine US-Propaganda angesehen werden muss.

Dem Medienbericht zufolge reisten Experten der US-Bundespolizei FBI Ende Mai nach Katar, um den mutmaßlichen Cyberangriff zu untersuchen. Saudi-Arabien habe die gegen Katar verhängte diplomatische und wirtschaftliche Blockade dann teilweise mit dem falschen Bericht begründet.

Laut CNN gab die Regierung Katars an, dass der Medienbericht vom 23. Mai falsche Informationen hinsichtlich der katarischen Führung beinhaltete, die dem Iran und Israel gegenüber freundlich schienen. Überdies soll in dem Bericht in Frage gestellt worden sein, ob sich Trump im Amt halten könne.

Katars Außenminister Scheich Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani sagte CNN, das FBI habe den Hackerangriff und die "Fake News"-Geschichte bestätigt. "Was auch immer an Vorwürfen laut geworden ist, alles basiert auf Fehlinformationen", sagte er dem US-Sender. Sollten sich die Vorwürfe gegen Russland bestätigen, würde dies auf russische Bemühungen zur Untergrabung der US-Außenpolitik hinweisen. Den US-Ermittlern zufolge wollte Russland mit dem Hackerangriff Spannungen zwischen den USA und ihren Verbündeten schüren. Die US-Geheimdienste waren bereits vergangenes Jahr zu dem Schluss gelangt, dass Russland hinter Hackerangriffen während des US-Wahlkampfs steckt.

Unterstützung für Katar kam indes von der Türkei. Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte am gestrigen Dienstag (06.06.2017) in Ankara, die Türkei halte die gegen Katar ergriffenen Sanktionen für "nicht gut". Die Türkei werde ihre Verbindungen zu Katar weiter entwickeln. Katar zu isolieren, werde keinerlei Probleme lösen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief laut Élysee-Palast zur "Einheit und Solidarität" zwischen den Golfstaaten auf und zur Unterstützung "aller Initiativen, die eine Beruhigung begünstigen". Es sei wichtig, "die Stabilität in der Region zu erhalten".

Die Krise um Katar könnte weitreichende Folgen im gesamten Nahen Osten haben und sich auch auf westliche Interessen auswirken. In dem Golf-Emirat befindet sich die größte US-Militärbasis im Nahen Osten. Sie gilt als bedeutend für den US-geführten Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).  (S.A.Dudajev--DTZ)

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