18.08.2017
 Berlin
 18 °C
 Nebel
 Hamburg
 16 °C
 Nebel
 Köln
 17 °C
 Regenschauer
 Dresden
 19 °C
 klarer Himmel
 Leipzig
 18 °C
 klarer Himmel
 Rostock
 17 °C
 Nebel
 Hannover
 17 °C
 Nebel
 Duisburg
 16 °C
 Regenschauer
 Nürnberg
 15 °C
 Nebel
 Stuttgart
 16 °C
 Nebel
 Bremen
 15 °C
 Nebel

Venezuela: Präsident Nicolás Maduro gerät weiter unter Druck

Samstag, 10. Juni 2017

Angesichts der schweren politischen Krise in Venezuela gerät Präsident Nicolás Maduro weiter unter Druck. Während in der Hauptstadt Caracas am Freitag (Ortszeit) erneut tausende Demonstranten gegen den Staatschef auf die Straße gingen, deuteten sich durch einen Vorstoß von Generalstaatsanwältin Luisa Ortega weitere Risse im Regierungslager an. Auch mehrere Oppositionspolitiker reichten Klagen gegen Maduros geplante Verfassungsreform ein.

Die Opposition werfe der Regierung, Richtern und Wahlbeamten vor, "gewaltsam" die Verfassung ändern zu wollen, sagte der Abgeordnete Tomás Guanipa am Freitag. Nur einen Tag zuvor hatte Generalstaatsanwältin Ortega vor dem Obersten Gericht des Landes Maduros Plan für eine neue Verfassung angefochten, um die "Herrschaft des Volkes, die Verfassung und die demokratische Mitbestimmung zu verteidigen", wie Ortega sagte.

Beobachter werteten den Vorstoß der hohen Staatsbediensteten als Versuch, Brücken zwischen der Opposition und verärgerten Angehörigen des Regierungsapparates zu bauen. "Die Generalstaatsanwältin hat etwas vorgeschlagen, dem alle zustimmen können - die radikale und die moderate Opposition und die radikalen und die moderaten Kritiker" aus Maduros Regierungslager, sagte der Politikexperte Félix Seijas. Es gebe eine "fast einstimmige Unterstützung" dafür.

Anfang Mai hatte Maduro angekündigt, er werde seine Vollmachten als Präsident nutzen, um eine 500-köpfige verfassunggebenden Versammlung einzuberufen, deren Mitglieder zur Hälfte aus gesellschaftlichen Gruppen wie Gewerkschaften und nicht aus den politischen Parteien stammen sollen. Die Opposition wirft Maduro hingegen vor, die verfassunggebende Versammlung mit seinen Anhängern besetzen und mithilfe der neuen Verfassung seine Macht zementieren zu wollen.

Stützen kann sich Maduro auf das Militär des südamerikanischen Staates. Allerdings hatte auch Verteidigungsminister Vladimir Padrino López zuletzt einen gemäßigten Ton angeschlagen und die Sicherheitskräfte davor gewarnt, Demonstranten anzugreifen.

Bei den seit Anfang April andauernden Protesten gegen Maduro sind offiziellen Angaben zufolge bislang 66 Menschen getötet worden. Die Opposition kämpft für eine Amtsenthebung des Staatschefs, den sie für die schwere Wirtschaftskrise mit dramatischen Versorgungsengpässen verantwortlich macht.

Am Freitag demonstrierten in Caracas rund 2000 Menschen gegen eine "Politik der Zensur" durch die Regierung. Die Demonstranten zogen vor die Zentrale der staatlichen Kommunikationsbehörde Conatel.  (U.Beriyev--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top