Minister Gröhe: Prüfung aller Gesundheits-Apps nicht machbar 

Montag, 12. Juni 2017

Eine von der Bundesärztekammer geforderte staatliche Zertifizierung von Gesundheits-Apps hält Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für nicht umsetzbar. Mittlerweile seien mehr als 100.000 Gesundheits-Apps auf dem Markt, sagte Gröhe der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. "Sie alle zu prüfen und behördlich zu genehmigen, wäre nicht machbar."

Auf dem vergangenen Ärztetag in Freiburg hatten die Mediziner die Einführung eines bundeseinheitlichen Gütesiegels für Gesundheits-Apps gefordert, das zum Schutz der Patienten Datensicherheit und Datenzuverlässigkeit gewährleisten soll. Notwendig sind aus Sicht der Ärzteschaft außerdem standardisierte Verfahren zur Bewertung neuer digitaler Anwendungen etwa im Hinblick auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit.

Gröhe sagte, einige Apps dienten lediglich als Hilfe beim Sport. "Sie zählen Schritte, speichern Strecken und Zeiten." Andere Apps seien dagegen Medizinprodukte im klassischen Sinne und würden zum Beispiel bei der Behandlung eines Tinnitus helfen. Dafür gebe es bereits klare Vorschriften.

Gröhe verwies außerdem darauf, dass es beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Innovationsbüro gebe, das Hersteller von Apps bereits im Entwicklungsprozess berät. Für die wachsende Zahl von Start-Ups im Gesundheitsbereich sei dies eine gute Unterstützung.  (S.A.Dudajev--DTZ)

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