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Nordkorea: Freigelassener Student hat neurologische Verletzung

Freitag, 16. Juni 2017

Der von Nordkorea vorzeitig aus der Haft entlassene US-Student hat nach Krankenhaus-Angaben eine "schwere neurologische Verletzung" erlitten. Der Zustand von Otto Frederick Warmbier sei jedoch "stabil", teilte am Donnerstag eine Sprecherin des Krankenhauses in Cincinnati im Bundesstaat Ohio mit, wo der 22-Jährige behandelt wird. Genauere Angaben machte sie zunächst nicht.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor gemeldet, der zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilte Warmbier sei aus "humanitären Gründen" freigelassen worden. Er sei am Dienstag nach Hause geschickt worden, nachdem ein entsprechendes Gerichtsurteil ergangen sei.

Der Student, der mit einer Reisegruppe das kommunistisch regierte Land bereist hatte, war im März 2016 wegen Diebstahls eines Agitprop-Posters und "Verbrechen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Ungefähr seitdem soll er laut von seinen Eltern erhaltenen Informationen im Koma liegen. Angeblich erlitt er eine Nahrungsmittelvergiftung und erhielt danach Schlafmittel, woraufhin er nicht mehr aufwachte.

Der Vater Fred Warmbier erhob schwere Vorwürfe gegen die nordkoreanische Regierung. "Es gibt keine Entschuldigung dafür, wie die Nordkoreaner unseren Sohn behandelt haben, und keine Entschuldigung für die Weise, in der sie so viele andere behandelt haben", sagte er bei einer Pressekonferenz in Cincinnati. Nach Angaben der US-Regierung sollen sich noch mindestens drei weitere Menschen mit US-Staatsbürgerschaft in nordkoreanischer Haft befinden.

Der Freilassung Warmbiers waren geheime diplomatische Kontakte zwischen Washington und Pjöngjang vorausgegangen. Zuletzt reiste der Sondergesandte des US-Außenamts für Nordkorea, Joseph Yun, nach Pjöngjang. Yun habe den Studenten nach Hause begleitet, sagte US-Vizeaußenminister Thomas Shannon am Mittwoch vor Reportern in Seoul.

In Nordkorea waren in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen worden. Häufig versucht Pjöngjang, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen.  (U.Stolizkaya--DTZ)

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