Liberale Moschee von Frauenrechtlerin Ates in Berlin eröffnet

Freitag, 16. Juni 2017

In Berlin ist am Freitag eine von der Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates gegründete liberale Moschee eröffnet worden. Das privat organisierte und über Spenden finanzierte Projekt soll den Anhängern eines modernen und weltoffenen Islams einen Anlaufpunkt bieten. "Bei uns werden Frauen und Männer gemeinsam beten", sagte Ates bei der feierlichen Eröffnung der Moschee.

Es werde dort auch die Möglichkeit geben, dass Frauen vorbeteten und predigten. Außerdem gehe es um eine deutliche Positionierung gegen den religiösen Extremismus. "Wir wollen selbstverständlich gegen den islamistischen Terror Gesicht zeigen", ergänzte die Initiatorin. Die Moschee im Stadtteil Moabit soll nach Angaben von Ates und ihrer Mitstreiter auch einen öffentlich gut sichtbaren Gegenpol gegen die großen muslimischen Verbände mit ihrer konservativen Ausrichtung bilden. Sie wollen damit zeigen, dass ein Großteil der Gläubigen hierzulande tatsächlich liberalere Ansichten als diese vertritt.

"Wir versuchen, einer schweigenden Mehrheit eine Stimme zu geben", sagte Abdel-Hakim Ourghi, einer der sieben Gesellschafter der neuen Gemeinde, am heutigen Freitag (16.06.2017) vor Journalisten. Die Moschee stehe Sunniten, Schiiten und anderen Glaubensrichtungen gleichermaßen offen.

Die Gemeinde will auch ein Anlaufpunkt für die Anhänger anderer Religionen sein. Ates verfolgt die Idee der liberalen Moschee nach eigenen Angaben schon seit acht Jahren. Eröffnet wurde sie in Räumen, die von einer evangelischen Kirchengemeinde angemietet wurden.

Das Gotteshaus trägt den Namen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Ibn Rushd war ein arabischer Islamgelehrter und Philosoph, Johann Wolfgang von Goethe einer der bedeutendsten deutschen Dichter.  (V.Sørensen--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top