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Europa ist zum Weltflüchtlingstag zu mehr Solidarität aufgerufen

Dienstag, 20. Juni 2017

Angesichts Millionen Vertriebener weltweit haben Hilfsorganisationen die europäischen Staaten zur Aufnahme von Flüchtlingen aufgefordert. "Sie haben ein verbrieftes Recht auf Schutz und Sicherheit in Deutschland, auch in Europa", erklärte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie anlässlich des Weltflüchtlingstages am heutigen Dienstag (20.06.2017). Nach UN-Angaben sind auf der Welt 65,6 Millionen Menschen von Flucht und Vertreibung betroffen.

"Menschen, die vor Terror, Krieg, und Verfolgung aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und anderen Ländern fliehen müssen und auf der Suche nach Zuflucht und Zukunft zu uns gekommen sind, müssen im Zentrum aller Bemühungen unseres Rechtsstaates stehen", forderte Diakonie-Präsident Lilie.

Auch der Deutsche Caritasverband rief die europäischen Länder zum Handeln auf. "Es sind oft die Menschen in armen Ländern, die die größte Solidarität mit den Opfern von Kriegen und Verfolgung zeigen", sagte Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Eine Entlastung dieser Länder sei dringend geboten. Ließe Europa zudem mehr Zuwanderung zu, "müssten weniger Menschen ihr Leben auf gefährlichen Überfahrten riskieren".

In einer gemeinsamen Erklärung zum Weltflüchtlingstag warnten Pro Asyl, der Paritätische Gesamtverband, der Jesuiten-Flüchtlingsdienst, der Republikanische Anwaltsverein sowie die Neue Richtervereinigung davor, die Verantwortung für Flüchtlinge an Drittstaaten abzuwälzen, in denen diese "der Rechtsunsicherheit und Aussichtslosigkeit ausgesetzt werden".

Sie kritisierten, die Europäische Union trage dazu bei, "dass sich der auf den universellen Menschenrechten aufbauende Flüchtlingsschutz einschneidend wandelt und sich immer mehr Staaten ihrer Verantwortung entziehen". Derzeit entwickelten die Regierungen und auch die EU selbst flüchtlingsfeindliche Abwehrstrategien. "Auch wenn viele Flüchtlinge Schutz in Europa suchen: Das ist nur ein Bruchteil dessen, was afrikanische Staaten oder die Nachbarländer von Syrien schultern", erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). "Sie tragen die Hauptlast der Flüchtlingsnot." Es fehle aber eine gesamteuropäische Antwort auf die Herausforderungen der Flüchtlings- und Migrationspolitik.

Ende 2016 waren weltweit insgesamt 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht, wie aus dem am gestrigen Montag (19.06.2017) veröffentlichten Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hervorgeht. Das waren 300.000 mehr als ein Jahr zuvor.

2015 waren noch 5,8 Millionen neue Flüchtlinge registriert worden. Obwohl sich der Anstieg damit verlangsamt habe, sei die hohe Gesamtzahl der Flüchtlinge trotzdem "nicht zu akzeptieren", erklärte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi in Genf.

Am höchsten war Ende 2016 weiterhin die Zahl der Binnenvertriebenen: Die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht sind, lag den Angaben zufolge bei 40,3 Millionen - Ende 2015 waren es noch 40,8 Millionen. Syrien, Irak und Kolumbien stehen an der Spitze der betroffenen Länder.

Die Zahl der Flüchtlinge, die in andere Länder geflohen sind, war nach UN-Angaben Ende 2016 mit 22,5 Millionen Menschen weltweit allerdings höher als jemals zuvor. Hinzu kommen 2,8 Millionen Asylsuchende, die vom UNHCR separat erfasst werden.  (W.Novokshonov--DTZ)

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