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Deutschland: Metall-Arbeitgeber legen ein erstes Angebot vor

Mittwoch, 06. Dezember 2017

Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde am Mittwoch ein erstes Angebot vorgelegt. Sie bieten zwei Prozent mehr Lohn für 15 Monate und eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Die IG Metall lehnte das Angebot umgehend als Provokation ab. Knackpunkt der Verhandlungen sind aber vor allem die gegensätzlichen Vorstellungen zur Arbeitszeit.

Die IG Metall fordert für die knapp vier Millionen Beschäftigten der Branche für das kommende Jahr sechs Prozent mehr Lohn für zwölf Monate. Außerdem will die Gewerkschaft einen Rechtsanspruch auf die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche durchsetzen. Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt, soll seine Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang reduzieren können und einen Entgeltzuschuss in Höhe von 200 Euro pro Monat bekommen. Beschäftigte in Schichtarbeit und anderen belastenden Arbeitsmodellen sollen pro Jahr einen Zuschuss von 750 Euro bekommen.

Die Forderung nach einer 28-Stunden-Woche mit Lohnausgleich passe "nicht in die Zeit", sagte die Verhandlungsführerin des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM), Angelique Renkhoff-Mücke, im Bayerischen Rundfunk. In Bayern müssten die Betriebe dann 33.000 zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Eine Verkürzung der Arbeitszeit sei für die Beschäftigten schon jetzt möglich und im Tarifvertrag festgeschrieben, betonte Renkhoff-Mücke. Viele Beschäftigte wollen laut VBM eher mehr arbeiten. Sie könnten dies aufgrund tarifvertraglicher Beschränkungen aber nicht, wie der Verband in München mitteilte. Im Tarifvertrag sei der Anteil der Beschäftigten, die 40 statt der üblichen 35 Stunden arbeiten dürfen, auf 13 Prozent der Belegschaft gedeckelt. Diese Begrenzung wollen die Arbeitgeber aufheben.

Die Arbeitgeber hätten mit ihrem Angebot das Thema Arbeitszeit "komplett ignoriert", kritisierte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Jürgen Wechsler. Das Entgeltangebot sei angesichts der sehr guten Wirtschaftslage völlig inakzeptabel. Das Angebot sei "eine Provokation und nicht verhandlungsfähig." Die IG Metall habe ein Paket mit den Themen Entgelt und Arbeitszeit gefordert - "wir verhandeln auch nur über ein Paket".

Außer in Bayern startete am Mittwoch auch in Niedersachsen sowie für Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die zweite Runde der Tarifverhandlungen. Vor Beginn der Gespräche waren laut IG Metall mehr als 4000 Gewerkschaftsmitglieder zum Haus der bayerischen Wirtschaft in München gezogen. In Darmstadt, wo für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland verhandelt wurde, demonstrierten nach Gewerkschaftsangaben 1200 Beschäftigte.

Die Verhandlungsdelegationen für Niedersachsen trafen sich in Hannover. In den kommenden zwei Wochen sind die übrigen Bezirke an der Reihe. Die dritte Tarifrunde soll Mitte Januar stattfinden. Ab dem 1. Januar sind bereits Warnstreiks möglich.  (W.Budayev--DTZ)

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