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Metall-Arbeitgeber signalisieren Kompromissbereitschaft

Donnerstag, 11. Januar 2018

Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg Kompromissbereitschaft signalisiert. Bei den Arbeitszeiten "brauchen wir Öffnungen nach oben", dann seien auch Öffnungen nach unten möglich, sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Stefan Wolf, am Donnerstag im "Morgenmagazin" der ARD. "Wir sind bereit zu sprechen und zu verhandeln."

Größter Streitpunkt zwischen den Tarifparteien ist die Gewerkschaftsforderung nach einem Recht auf eine befristete 28-Stunden-Woche, teilweise mit Ausgleichszahlungen. Diese sehen die Arbeitgeber als rechtswidrig an, weil sie eine Ungleichbehandlung gegenüber Beschäftigten, die bereits in Teilzeit sind, bedeuteten.

Außerdem will die IG Metall sechs Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten der Branche. Hier haben die Arbeitgeber bislang zwei Prozent geboten. Sie fordern außerdem, dass mehr Beschäftigte als bislang länger als 35 Stunden pro Woche arbeiten dürfen.

Wolf betonte am Donnerstag, die meisten Menschen "möchten mehr arbeiten und mehr verdienen". Das hätten Umfragen der Arbeitgeber, aber auch der IG Metall ergeben. Auf betrieblicher Ebene gebe es bereits sehr viele flexible Arbeitszeitlösungen.

Der Verhandlungsführer der IG Metall in Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, betonte im "Morgenmagazin", die Gewerkschaft stelle keine illegalen Forderungen. Sie wolle den Anspruch auf "kurze Vollzeit" für Beschäftigte auch, damit Partner in einer Familie sich die Arbeit gerechter aufteilen können.

Das Argument der Arbeitgeber, sie hätten bereits jetzt nicht genügend Arbeitskräfte, sei "Unfug", sagte Zitzelsberger. Es gebe "keinen Auftrag, der nicht abgearbeitet wird". Für Mehrarbeit gebe es schon Konzepte in der Praxis, die Beschäftigten könnten etwa Sonderschichten einlegen.

Zitzelsberger forderte die Arbeitgeber auf, von ihrer "Vetohaltung" abzurücken. Sie "müssen konkrete Vorschläge machen, statt ständig zu sagen, was nicht geht". Für die 900.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg sollten am Nachmittag in Böblingen die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden. Außerdem rief die IG Metall auch für Donnerstag in einer Reihe von Bundesländern erneut zum Warnstreik auf.

(L.Møller--DTZ)

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