19.10.2017
 Berlin
 12 °C
 Nebel
 Hamburg
 12 °C
 Nebel
 Köln
 16 °C
 klarer Himmel
 Dresden
 11 °C
 klarer Himmel
 Leipzig
 15 °C
 klarer Himmel
 Rostock
 11 °C
 Überwiegend bewölkt
 Hannover
 12 °C
 Nebel
 Duisburg
 16 °C
 klarer Himmel
 Nürnberg
 8 °C
 Nebel
 Stuttgart
 10 °C
 klarer Himmel
 Bremen
 13 °C
 Nebel

Deutschlands Nachfrage sorgt für 4,8 Millionen Jobs in der EU

Freitag, 16. Juni 2017

Deutschlands Industrie und Verbraucher sorgen mit ihrer Nachfrage für rund 4,8 Millionen Jobs in den anderen EU-Staaten. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Schweizer Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW). Die Kritik, wonach die Stärke der deutschen Industrie zu Lasten anderer Staaten in der EU gehe, sei daher "völlig unbegründet", erklärte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Er forderte, die "Scheindiskussion" um den hohen deutschen Leistungsüberschuss zu beenden.

Prognos stützt sich bei seinen Berechnungen auf die Importe Deutschlands 2015 aus der EU im Wert von fast 620 Milliarden Dollar (555 Milliarden Euro) und schlüsselt sie auf in Vorleistungs-, Investitions- und Konsumgüter. Knapp 60 Prozent der Einfuhren sind demnach Vorleistungsgüter - wie etwa Zulieferungen für die Autoindustrie oder die chemische Industrie - und nur rund 28 Prozent Konsumgüter.

Im nächsten Schritt wird aus den Exporten der EU-Länder nach Deutschland auf die Wertschöpfung in diesen Ländern geschlossen. In Tschechien und der Slowakei werden demnach etwa acht Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung durch die Güternachfrage aus Deutschland induziert; in den Niederlanden und in Österreich betrage dieser Wert etwa sieben Prozent. Daraus wiederum errechnet Prognos einen Beschäftigungseffekt.

Fazit: Nicht der private Konsum der deutschen Verbraucher, sondern die Nachfrage der Industrie nach Vorleistungs- und Investitionsgütern ist laut Studie verantwortlich für die höchsten Beschäftigungseffekte in der EU: Allein hierauf entfielen 3,4 Millionen Beschäftigte. Insgesamt hängen demnach rund 4,8 Millionen Jobs an der Nachfrage aus Deutschland, 2,7 Prozent der Gesamtbeschäftigung in den anderen Ländern der EU.

"Eine dynamische deutsche Industrie bremst die Entwicklung in den anderen EU-Staaten nicht, sondern ist umgekehrt eine wichtige Triebfeder für deren eigene Wachstumsdynamik", erklärte Brossardt. Die Studie ergab zudem, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht zu einer breiten Marktverdrängung von Unternehmen aus den übrigen Ländern führt. "Vielmehr profitieren die Volkswirtschaften Europas: Sie können nicht nur mehr Produkte nach Deutschland verkaufen, sondern auch ihren eigenen Bedarf an deutschen Produkten günstig decken."

Der deutsche Handelsüberschuss wird derzeit vor allem von der Regierung von US-Präsident Donald Trump massiv kritisiert. Auch der Internationale Währungsfonds und Nachbarländer wie Frankreich betrachten den Überschuss mit Sorge.  (P.Vasilyevsky--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top