Deutsche Tageszeitung - Unterbrochener Sommermärchen-Prozess für Niersbach und Zwanziger "alternativlos" und "vernünftig"

Unterbrochener Sommermärchen-Prozess für Niersbach und Zwanziger "alternativlos" und "vernünftig"


Unterbrochener Sommermärchen-Prozess für Niersbach und Zwanziger "alternativlos" und "vernünftig"
Unterbrochener Sommermärchen-Prozess für Niersbach und Zwanziger "alternativlos" und "vernünftig" / Foto: ©

Für die beiden angeklagten Ex-DFB-Präsidenten Theo Zwanziger (74) und Wolfgang Niersbach (69) ist die Unterbrechung des Sommermärchen-Prozesses angesichts der Corona-Krise das einzig . "Ich halte es für die richtige Entscheidung und alternativlos", sagte Niersbach am Mittwoch dem SID, Zwanziger meinte: "Ich halte die Verschiebung für vernünftig und habe nach dem Inhalt dieser Verfügung des Gerichts zum ersten Mal das Gefühl, dass man sich mal mit der Sache wirklich zu beschäftigen scheint."

Textgröße ändern:

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hatte am Dienstag mitgeteilt, dass aufgrund der "außerordentlichen Lage vor dem Hintergrund des Coronavirus" das Verfahren um ungeklärte Millionenzahlungen vor der Fußball-WM 2006 bis mindestens zum 20. April unterbrochen sei. Bis zum 27. April muss allerdings ein erstinstanzliches Urteil vorliegen, ansonsten tritt die Verjährung der Angelegenheit in Kraft.

Angeklagt sind neben Zwanziger und Niersbach auch Horst R. Schmidt (78), früherer Schatzmeister und Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Ex-FIFA-Generalsekretär Urs Linsi (Schweiz/70). Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) wirft dem Quartett vor, über den eigentlichen Zweck einer Zahlung aus dem Jahr 2005 in Höhe von 6,7 Millionen Euro vom DFB an den Weltverband FIFA getäuscht zu haben. Die Beschuldigten haben den Vorwurf stets bestritten. Bereits im vergangenen Sommer war das Verfahren gegen den früheren OK-Boss Franz Beckenbauer (74) aufgrund dessen gesundheitlichen Zustandes abgetrennt worden.

Der Schweizer Bundesrat hatte am Dienstag außerordentliche Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung der COVID-19-Erkrankungen verordnet. Besonders gefährdete Personen sollen zu Hause bleiben und Menschenansammlungen meiden. "Sämtliche Beschuldigte sind älter als 65 und weisen teilweise einschlägige Vorerkrankungen auf. Sie gehören demnach zur Risikogruppe", teilte das Gericht mit. Den Beschuldigten könne "nicht zugemutet werden, an der Hauptverhandlung teilzunehmen."

Auch der DFB, der in dem Prozess als Privatkläger auftritt, hält die Unterbrechung für richtig. "Mit Blick auf die Lage in ganz Europa und die Gesundheit aller Beteiligter ist es die richtige Entscheidung und für uns absolut nachvollziehbar. Wir wissen gleichwohl, dass es nun sehr schwierig sein wird, das Verfahren fristgerecht zu einem geordneten Ende zu führen", sagte DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Vor Deutschland-Spiel: USA verhindern Blamage gegen Südsudan

Die Basketball-Superstars aus den USA sind einer Blamage in der Olympia-Vorbereitung gegen den Südsudan nur knapp entgangen. Gegen die Afrikaner gewann das Team um den viermaligen NBA-Champion LeBron James in London 101:100 (44:58). Der 39-Jährige sorgte acht Sekunden vor Spielende mit einem Korbleger für den vierten Sieg im vierten Vorbereitungsspiel.

Vor Deutschland-Spiel: USA verhindert Blamage gegen Südsudan

Die Basketball-Superstars aus den USA sind einer Blamage in der Olympia-Vorbereitung gegen den Südsudan nur knapp entgangen. Gegen die Afrikaner gewann das Team um den viermaligen NBA-Champion LeBron James in London 101:100 (44:58). Der 39-Jährige sorgte acht Sekunden vor Spielende mit einem Korbleger für den vierten Sieg im vierten Vorbereitungsspiel.

Theis über USA: "Hoffentlich sehen wir sie erst im Finale"

Weltmeister Daniel Theis kennt die NBA-Stars des Team USA aus dem Alltag, entsprechend groß ist der Respekt des deutschen Basketball-Nationalspielers vor dem nächsten Gegner. "Das sind alles absolute Superstars", sagte der Profi von den New Orleans Pelicans gut eine Woche vor Beginn der Olympischen Spiele im Sky-Interview.

Gnadenloser Pogacar: "Werde bezahlt, um zu gewinnen"

Tadej, der Gnadenlose, Tadej, der Allesfresser. Nach seinem fünften Etappensieg bei der 111. Tour de France hat Spitzenreiter Tadej Pogacar seine knallharte Vorgehensweise verteidigt. Zugleich äußerte der designierte Tour-Champion sein Unverständnis über die Kritik daran, dass er seinem in der Gesamtwertung deutlich zurückliegenden Rivalen Jonas Vingegaard am Samstag nicht den Sieg überlassen habe.

Textgröße ändern: