Deutsche Tageszeitung - Deutscher Pater wird im westafrikanischen Mali vermisst

Deutscher Pater wird im westafrikanischen Mali vermisst


Deutscher Pater wird im westafrikanischen Mali vermisst
Deutscher Pater wird im westafrikanischen Mali vermisst / Foto: © AFP

Im westafrikanischen Mali ist der deutsche Pater Hans-Joachim Lohre als vermisst gemeldet worden. Sein Auto sei in der Nähe eines Instituts in der Hauptstadt Bamako gefunden worden, in dem er Kurse gebe, sagte ein Verantwortlicher der Bischofskonferenz von Bamako der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Lohre, der seit rund 30 Jahren in dem Sahel-Staat lebt, wird demnach seit Sonntagabend vermisst.

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"Er wird vermisst. Andere sagen, dass er entführt wurde", sagte der Vertreter der Bischofskonferenz, der namentlich nicht genannt werden wollte. Ein Freund Lohres sagte, er sei "sehr besorgt" um den Deutschen. Ein Polizist erklärte auf Anfrage, es werde alles getan, um den Geistlichen zu finden.

Lohre, der auch Ha-Jo genannt wird, lebt seit rund 30 Jahren in Mali. Er lehrt dort am Institut für christlich-islamische Bildung in Bamako, das Studenten aus Afrika aufnimmt, und setzt sich für den Dialog zwischen den Religionen ein, wie der Freund sagte. Der Geistliche ist auch verantwortlich für ein Glaubens- und Begegnungszentrum in Bamako. Lohre glaube fest daran, "dass ein friedliches Zusammenleben der Religionen möglich ist", erklärte ein Mitarbeiter ein Einrichtung.

In der Vergangenheit gab es in Mali immer wieder Entführungen christlicher Geistlicher. In Mali versuchen islamistische Milizen seit rund zehn Jahren, das Land zum Aufmarschgebiet des Dschihadismus zu machen. Sozial und ethnisch aufgeladene Konflikte verschärfen die Instabilität.

Die Bundeswehr mit etwa 1200 Soldaten an der UN-Mission Minusma in dem Sahel-Staat beteiligt. Der UN-Einsatz in Mai gilt als der momentan gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Zuletzt hatte es Überlegungen gegeben, die Bundeswehr aus dem Krisenstaat abzuziehen. Frankreich hat seine Truppen bereits abgezogen, Großbritannien will dem folgen.

(U.Beriyev--DTZ)