Deutsche Tageszeitung - Söder verstärkt Angriffe auf SPD-Kanzlerkandidat Scholz

Söder verstärkt Angriffe auf SPD-Kanzlerkandidat Scholz


Söder verstärkt Angriffe auf SPD-Kanzlerkandidat Scholz
Söder verstärkt Angriffe auf SPD-Kanzlerkandidat Scholz / Foto: ©

Vor dem CSU-Parteitag hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seine Angriffe auf den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz verstärkt. Der bisherige Bundesfinanzminister wolle mit einem Linksbündnis die Eurozone grundlegend umbauen und werde den Euro schwächen, sagte Söder dem "Handelsblatt" vom Freitag. "Seine Politik läuft auf Eurobonds und eine Schuldenunion hinaus."

Textgröße ändern:

Gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl stellt sich Söder auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg zur Wiederwahl als Parteichef. Aus seiner Partei kommt massive Kritik an Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU), der in den Umfragen weit abgeschlagen hinter Scholz liegt. Söder versicherte dagegen zuletzt regelmäßig, er stehe hundertprozentig hinter Laschet.

"Scholz will all das machen, was Angela Merkel über Jahre erfolgreich verhindert hat", sagte Söder dem "Handelsblatt". Ein Linksbündnis unter Scholz würde die deutsche Wirtschaft in den Würgegriff nehmen. "Rot-Rot-Grün bedeutet höhere Steuern, höhere Schulden und weniger Sicherheit, weil Polizei und Bundeswehr kaputtgespart würden. Und in Europa würden wir in eine Schuldenunion mit Eurobonds abrutschen."

Söder forderte gleichzeitig angesichts steigender Kosten für den Klimaschutz eine grundlegende Korrektur der Klimagesetzgebung. "Ich gehe davon aus, dass wir nach der Bundestagswahl die gesamten Klimamaßnahmen noch einmal auf den Prüfstand stellen werden", sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Handelsblatt".

Kern des Gesetzes müsse es sein, die Stromerzeugung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen und den Strombedarf zu bestimmen. Sonst drohten "Stromlücken". Ebenso wichtig sei es, die Gasnetze für grünen Wasserstoff zu öffnen und CO2-Speicher zu schaffen. Auch solle Teil des Gesetzes sein, früher als 2038 aus der Braunkohle auszusteigen und "ab 2035 keine neuen Autos mit fossilen Verbrennungsmotoren mehr in Deutschland"zuzulassen.

Angesichts der erwarteten Preiserhöhung bei Treibstoffen im nächsten Jahr bekräftigte Söder seinen Vorstoß für eine "Spritpreisbremse": "Wir brauchen pro zehn Cent höheren Spritpreis einen Cent mehr Pendlerpauschale als Ausgleich für die ländlichen Räume", sagte er.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Nach ukrainischen Angriffen: Kreml-Chef Putin räumt "Probleme" ein

Angesichts verstärkter ukrainischer Angriffe hat Russlands Präsident Wladimir Putin "Probleme" eingeräumt. In einem am Sonntag vom Kreml veröffentlichten Interview mit einem russischen Journalisten sprach er zudem von einer "gewissen" Treibstoffknappheit. Putin sagte ferner, er rechne mit weiteren Besuchen der US-Unterhändler in Moskau, um über den Ukraine-Konflikt zu verhandeln.

Serbiens Präsident Vucic kündigt vor Anhängern Rücktritt "in ein paar Wochen" an

Bei einer Parteiveranstaltung in Belgrad hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic bekräftigt, in naher Zukunft sein Amt niederlegen zu wollen. "In ein paar Wochen werde ich zurücktreten", sagte Vucic am Samstag in Belgrad. In Serbien gibt es seit mehr als anderthalb Jahren Proteste gegen die Regierung und die im Land herrschende Korruption. Eine der Forderungen der Demonstranten sind vorgezogene Neuwahlen.

Nach Rahmenabkommen mit Libanon: Neue Gefechte zwischen Israel und Hisbollah

Nach der Einigung zwischen Israel und dem Libanon auf ein Rahmenabkommen über eine Friedenslösung sind die Gefechte zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah weitergegangen. Israels Streitkräfte flogen am Wochenende wieder Angriffe im Südlibanon. Ein israelischer Soldat wurde nach Armee-Angaben bei Kämpfen mit der Hisbollah getötet. Die pro-iranische Miliz lehnt das am Freitag unterzeichnete Rahmenabkommen, das ihre Entwaffnung vorsieht, vehement ab.

Neue Angriffe Irans und der USA schüren Furcht vor Kollaps der Friedensbemühungen

Neue Angriffe der USA und des Iran haben die Furcht vor einem Kollaps der Friedensbemühungen für die Golfregion geschürt. Das US-Militär erklärte, es habe in der Nacht zum Sonntag zum zweiten Mal binnen zwei Tagen Ziele im Iran angegriffen. Anschließend wurden die Golfstaaten Kuwait und Bahrain attackiert, die iranischen Revolutionsgarden reklamierten die Angriffe für sich. Derweil wurden aus dem Libanon neue israelische Luftangriffe gemeldet.

Textgröße ändern: