Deutsche Tageszeitung - Sozialistischer Regierungschef Sánchez erklärt sich zum Wahlsieger in Spanien

Sozialistischer Regierungschef Sánchez erklärt sich zum Wahlsieger in Spanien


Sozialistischer Regierungschef Sánchez erklärt sich zum Wahlsieger in Spanien
Sozialistischer Regierungschef Sánchez erklärt sich zum Wahlsieger in Spanien / Foto: © AFP

Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich zum Sieger der Parlamentswahl erklärt. Sánchez sagte am Sonntagabend in Madrid vor jubelnden Anhängern, seine Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) habe die Wahl gewonnen. "Und mit ihr hat die Zukunft gewonnen und die Vergangenheit verloren."

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Die Sozialisten wurden bei der Parlamentswahl klar stärkste Kraft: Sie erhielten nach Auszählung fast aller Stimmen 29 Prozent und gewannen damit 123 der 350 Abgeordnetenmandate. Weil dies aber deutlich unter der absoluten Mehrheit liegt, wird Sánchez für eine Regierungsbildung auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen sein. Es zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab.

Die rechtsextreme Partei Vox gewann 24 Abgeordnetenmandate und zieht erstmals ins Parlament ein. Die konservative Volkspartei PP stellt mit 66 Sitzen zwar die zweitstärkste Kraft im Parlament, verlor aber mehr als die Hälfte ihrer Mandate. Es folgen das Mitte-rechts-Bündnis Ciudadanos mit 57 Sitzen und die linksalternative Podemos mit 42 Sitzen.

Spaniens politische Landschaft ist in den vergangenen Jahren zunehmend zersplittert. Gab es bis 2015 de facto ein Zweiparteiensystem aus PSOE und konservativer PP, sind seitdem zahlreiche neue Gruppierungen entstanden oder erstarkt.

Mit Vox zieht erstmals seit dem Tod des Diktators Francisco Franco eine ultrarechte Partei in das Abgeordnetenhaus ein. Entstanden ist Vox als Abspaltung der rechtskonservativen Volkspartei. Deren Ministerpräsident Mariano Rajoy war Anfang Juni 2018 durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden. Sánchez hatte damals das Votum beantragt, nachdem zahlreiche einst führende Vertreter von Rajoys PP wegen Korruption zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren.

(I.Beryonev--DTZ)