Deutsche Tageszeitung - Tafeln kämpfen mit rückläufigem Engagement und fordern Stärkung des Ehrenamts

Tafeln kämpfen mit rückläufigem Engagement und fordern Stärkung des Ehrenamts


Tafeln kämpfen mit rückläufigem Engagement und fordern Stärkung des Ehrenamts
Tafeln kämpfen mit rückläufigem Engagement und fordern Stärkung des Ehrenamts / Foto: © AFP

Angesichts eines Rückgangs beim freiwilligen Engagement ihrer Helfer fordern die 947 Tafeln in Deutschland eine gezielte Stärkung des Ehrenamts. Die Zahl der von Tafelhelfern geleisteten Stunden sank von 24 Millionen im vergangenen Jahr auf zuletzt noch 20 Millionen Stunden, wie der Dachverband Tafel Deutschland am Donnerstag in Berlin mitteilte. Dieser Rückgang war demnach trotz einer leicht gestiegenen Helferzahl zu verzeichnen.

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"Unsere Idee findet ungebrochen sehr großen Zuspruch, und viele Menschen möchten sich einbringen", erklärte der Vorsitzende von Tafel Deutschland, Jochen Brühl. "Die zeitlichen Möglichkeiten für freiwilliges Engagement sind beim Einzelnen im Laufe seines Lebens aber eingeschränkter." Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an das Ehrenamt bei den Tafeln.

Daher müssten die Tafeln selbst neue Formen des Engagements etablieren und ihre Ehrenamtlichen durch Weiterbildung unterstützen. "Wir sehen aber auch die Politik in der Pflicht, das Ehrenamt gezielt zu stärken", mahnte Brühl. So solle die öffentliche Hand hauptamtliche Koordinatoren sowie Weiterbildung und Qualifizierung der Freiwilligen finanziell unterstützen, um einer Überlastung von Ehrenamtlichen entgegenzuwirken.

Zudem würden kostenlose oder vergünstigte Bus- und Bahntickets helfen, das Ehrenamt jedem Interessierten zugänglich zu machen. Denn derzeit müssten viele Freiwillige Geld für öffentliche Verkehrsmittel aufwenden, um sich engagieren zu können. Auch müsse ehrenamtliches Engagement bei der Berechnung der Rentenpunkte berücksichtigt werden.

Die gemeinnützigen Tafeln sammeln Lebensmittelspenden von Händlern und Herstellern und verteilen diese regelmäßig an bundesweit mehr als 1,6 Millionen bedürftige Menschen.

(M.Dylatov--DTZ)