Deutsche Tageszeitung - Nato prüft nach Trump-Forderung zu Nahost "unterschiedliche Optionen"

Nato prüft nach Trump-Forderung zu Nahost "unterschiedliche Optionen"


Nato prüft nach Trump-Forderung zu Nahost
Nato prüft nach Trump-Forderung zu Nahost "unterschiedliche Optionen" / Foto: © AFP

Die Nato prüft als Reaktion auf die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einem stärkeren Engagement im nahen und mittleren Osten "unterschiedliche Optionen". Wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag weiter sagte, ist eine schnelle Entscheidung nicht zu erwarten. Erst müsse die Abstimmung mit den Nato-Mitgliedern und Partnern in der Region erfolgen. Stoltenberg betonte gleichzeitig, der "beste Weg", wirksam gegen den internationalen Terrorismus vorzugehen, sei die Ausbildung örtlicher Sicherheitskräfte.

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Nach dem Angriff des Iran auf zwei US-Militärstützpunkte im Irak hatte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch ein stärkeres Engagement der Nato im "mittleren Osten" gefordert. Die Angriffe waren die erste militärische Reaktion Teherans auf die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff im Irak.

"Die Nato hat das Potenzial, mehr zur regionalen Stabilität und zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus beizutragen", sagte Stoltenberg. "Wir prüfen, was wir mehr tun können."

Zwar sei nicht ausgeschlossen, dass die Nato "Truppen in großen Kampfeinsätzen stationiert", sagte Stoltenberg. "Aber der beste Weg ist, örtliche Streitkräfte in die Lage zu versetzen, den Terrorismus selbst zu bekämpfen". Dies mache die Nato bereits etwa in Afghanistan oder im Irak mit ihren Ausbildungsmissionen.

"Natürlich können wir prüfen, ob wir mehr bei dieser Art von Aktivitäten tun können", sagte Stoltenberg. Das schließe nicht aus, dass die Nato auch entscheide, in anderer Form auf Trumps Forderung zu reagieren.

"Ich wäre aber vorsichtig dabei, zu viel darüber zu spekulieren", warnte der Nato-Generalsekretär. Erst sei dazu "ein richtiger Entscheidungsprozess in der Nato" nötig, "der natürlich alle unsere Verbündeten einbezieht". Darüber hinaus müsse das Bündnis das "mit den Ländern in der Region diskutieren".

(U.Beriyev--DTZ)