Deutsche Tageszeitung - Vierjahressperre: DOSB-Chef Hörmann begrüßt "Rote Karte" für Russland

Vierjahressperre: DOSB-Chef Hörmann begrüßt "Rote Karte" für Russland


Vierjahressperre: DOSB-Chef Hörmann begrüßt
Vierjahressperre: DOSB-Chef Hörmann begrüßt "Rote Karte" für Russland / Foto: © AFP

Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hat die am Montag verhängte Vierjahressperre für Russland wegen manipulierten Doping-Daten begrüßt. "Wer über Jahre hinweg die Werte des Sports mit Füßen tritt, gehört auf die Strafbank", sagte der 59-Jährige auf SID-Anfrage: "Insofern ist die heutige Rote Karte seitens der WADA nur die logische Konsequenz für das unablässige Manipulieren und Verstoßen gegen die Regeln des Weltsports."

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte zuvor entschieden, dass Russland als Nation unter anderem nicht an den beiden kommenden Olympischen Spielen in Tokio 2020 und Peking 2022 teilnehmen darf. "Es bleibt die Befürchtung, dass nun erhebliche juristische Auseinandersetzungen folgen werden, aber dennoch ist dieser Weg alternativlos", sagte Hörmann. Russland hat 21 Tage Zeit, Einspruch gegen das WADA-Urteil einzulegen. Dann würde der Internationale Sportgerichtshof CAS eine Entscheidung fällen.

Die Sanktionen gegen Russland umfassen einen ganzen Strafenkatalog, russische Sportler dürfen aber an sportlichen Großereignissen wie Olympischen und Paralympischen Spielen oder Weltmeisterschaften unter bestimmten Voraussetzungen als "neutrale Athleten" teilnehmen. "Die große Herausforderung im Sinne der Fairness wird nun sein, erneut den weltweit sauberen Athleten genauso gerecht zu werden wie den nicht gedopten russischen Sportlern", sagte Hörmann.

Bereits bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 durfte Russland keine eigene Mannschaft stellen. Letztlich gingen 168 Sportler als "Olympic Athletes from Russia" an den Start. "Die entscheidende Frage ist einmal mehr: Ist die Strafe schmerzvoll genug, dass in Russland ein Umdenken stattfindet und wertorientiertes Handeln erreicht wird oder erleben wir nur eine neue Stufe des weiter so?", sagte Hörmann.

(M.Travkina--DTZ)