Deutsche Tageszeitung - Ägyptens Regierung kündigt Privatisierung mehrerer Staatsunternehmen an

Ägyptens Regierung kündigt Privatisierung mehrerer Staatsunternehmen an


Ägyptens Regierung kündigt Privatisierung mehrerer Staatsunternehmen an
Ägyptens Regierung kündigt Privatisierung mehrerer Staatsunternehmen an / Foto: © AFP

Angesichts der Wirtschaftskrise und der hohen Inflation in Ägypten hat die Regierung die Privatisierung mehrerer Staatsunternehmen angekündigt. Zehn Unternehmen im Besitz des Staates und zwei weitere im Besitz der Armee sollen für eine Übernahme durch private Investoren angeboten werden, wie der ägyptische Regierungschef Mostafa Madbouli am Sonntag mitteilte. Er legte einen Plan vor, mit dem der Anteil des Privatsektors an Ägyptens Wirtschaft mehr als verdoppelt werden soll.

Textgröße ändern:

Geplant ist auch, die sieben größten Häfen in Ägypten sowie die besten Hotels des Landes in zwei neuen Holdings zusammenzufassen. Ein Teil der Unternehmensanteile soll an der Börse gehandelt werden. Madbouli sagte, seine Regierung hoffe, dass der Anteil der Privatwirtschaft an den Investitionen in Ägypten bis 2025 auf 65 Prozent steige. Derzeit liegt er nur bei 30 Prozent.

Ägypten steckt in einer Wirtschaftskrise, die Inflation erreichte im April mit 14,9 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahren. Die Folgen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine setzen Ägypten, das der weltweit größte Importeur von Weizen ist, zusätzlich unter Druck, so dass es den Internationalen Währungsfonds (IWF) um ein weiteres Darlehen bitten musste.

Laut einem Index, den der US-Finanzdienstleister S&P Global diesen Monat veröffentlichte, schrumpfte der Sektor der Privatunternehmen in Ägypten mit Ausnahme der Ölindustrie den 17. Monat in Folge. Kritikern zufolge sorgt die Dominanz des Staates in Ägyptens Wirtschaft für unfaire Wettbewerbsbedingungen.

Madbouli sagte dazu am Sonntag, es gebe "keine Alternative" zu einer Beteiligung des Staates an den wirtschaftlichen Aktivitäten. Zur Begründung verwies er auf die "Instabilität" in dem nordafrikanischen Land in den vergangenen Jahren.

(M.Dorokhin--DTZ)