Deutsche Tageszeitung - Twitter verschiebt neues Abo-Modell bis Ende November

Twitter verschiebt neues Abo-Modell bis Ende November


Twitter verschiebt neues Abo-Modell bis Ende November
Twitter verschiebt neues Abo-Modell bis Ende November / Foto: © AFP

Der Kurzbotschaftendienst Twitter verschiebt das neue Abo-Modell mit dem blauen Verifizierungssymbol auf Ende November. Besitzer Elon Musk teilte am Dienstag per Twitter mit, der Start von "Blue Verified" erfolge am 29. November und damit zwei Wochen später als zunächst angekündigt. Er wolle "sichergehen", dass das neue Modell "felsenfest" sei.

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Musk reagierte damit auf eine Flut von gefälschten Profilen auf Twitter, nachdem das neue Abo-Modell vergangene Woche bereits auf iPhones eingeführt worden war. Das blaue Verifizierungssymbol, ein weißer Haken in einem blauen Kreis, erhielten alle, die eine Monatsgebühr von acht Dollar zahlten - daraufhin tauchten zahlreiche gefälschte Profile von Prominenten und Unternehmen auf, etwa des Basketballers LeBron James oder Nintendo. Das Pharmaunternehmen Eli Lilly etwa musste klarstellen, dass es Insulin keineswegs künftig umsonst abgebe.

Vor der Twitter-Übernahme durch Musk am 27. Oktober erhielten Persönlichkeiten, offizielle Stellen oder Unternehmen das Verifizierungssymbol nach einer Überprüfung durch den Kurzbotschaftendienst gratis. Musk kündigte an, dieses Zweiklassensystem "von Feudalherren und Bauern" abzuschaffen. Er will den Kurzbotschaftendienst zudem unbedingt profitabel machen.

Das neue Abo-Modell war am Freitag deaktiviert worden; US-Medien zitierten ein internes Schreiben, wonach die Einführung auf Eis liege, "um die Probleme von Identitätsdiebstahl zu lösen".

Musk kündigte nun am Dienstag an, ab dem 29. November werde "jede Namensänderung den Verlust des blauen Hakens verursachen, bis der Name von Twitter verifiziert ist". Wer kein Abonnement abschließe, verliere den Haken im darauffolgenden Monat.

Musk hatte Twitter Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar (rund 44 Milliarden Euro) übernommen und die Chef-Etage umgehend gefeuert. Eine Woche später entließ er rund die Hälfte der 7500 Angestellten. Mehrere große Konzerne setzten inzwischen ihre Werbung in dem Netzwerk aus.

(L.Møller--DTZ)