Chinas Angriff auf ASML
Kiew setzt Moskau unter Druck
Irans Krieg trifft den Golf
Kiew wieder in Putins Visier
Ex-Kanzler Scholz dabei: 37 frühere Spitzenpolitiker kritisieren in Ungleichheit
CDU-Ministerpräsidenten stellen sich gemeinsam hinter Bundeskanzler Merz
Bedrohte Sumatra-Elefanten wegen Waldbränden in Indonesien noch stärker gefährdet
Insolvenzverwalter gewinnt in Streit um vorläufigen Rechtsschutz vor Verfassungsgericht
Wirtschaft
ÖPNV-Vergleich: Deutschland fällt in Europa leicht auf Rang fünf zurück
Deutschland ist in einem europaweiten ÖPNV-Ranking der Umweltschutzorganisation Greenpeace leicht zurückgefallen - maßgeblich wegen der Verteuerung des Deutschlandtickets. In dem Vergleich von 30 Ländern, der unter anderem auf der Bezahlbarkeit der Fahrkarten basiert, rutschte die Bundesrepublik um einen Rang auf Platz fünf ab. Die Spitzenplätze belegten erneut Malta und Luxemburg, wo der öffentliche Nahverkehr kostenlos ist. "Doch auch in Slowenien und Österreich fährt man heute günstiger als in Deutschland", erklärte Greenpeace am Mittwoch.
Politik
Von der Leyen schlägt "assoziierte" EU-Mitgliedschaft für Kanada vor
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine "assoziierte" EU-Mitgliedschaft Kanadas ins Spiel gebracht. "Wir wollen die Beziehung zu Kanada auf das höchstmögliche Niveau bringen", sagte von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union im EU-Parlament in Straßburg am Mittwoch. Sie wolle daher zusammen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney darauf hinarbeiten, "dass Kanada das erste assoziierte Mitglied der EU wird".
Letzte Nachrichten
Mindestens 55 Tote bei Flutkatastrophe in der Türkei
Angesichts von Überschwemmungen im Norden und Waldbränden im Süden der Türkei reißen die negativen Nachrichten aus dem Land nicht ab. Die Zahl der Todesopfer durch die Flutkatastrophe in der Scharzmeer-Region stieg am Samstag auf 55. Beim Absturz eines russischen Löschflugzeugs bei einem Einsatz gegen einen der vielen Waldbrände an der türkischen Südküste kamen alle acht Insassen ums Leben.
Zahl der Toten bei Überschwemmungen in der Türkei steigt auf mehr als 40
Die Zahl der Toten durch die verheerenden Überschwemmungen in der Türkei ist auf mindestens 44 gestiegen. Besonders schwer war das Dorf Babacay in der Provinz Sinop von der Flutkatastrophe betroffen, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete. Dort seien 40 Häuser sowie beide ins Dorf führenden Brücken zerstört worden.
Britische Labour-Partei schließt Filmemacher Ken Loach aus
Der linke britische Filmemacher Ken Loach ist nach eigenen Angaben im Zuge einer "Säuberungsaktion" unter Parteichef Keir Starmer aus der Labour-Partei ausgeschlossen worden. Er sei aus der Partei geworfen worden, weil er sich nicht von anderen bereits ausgeschlossenen Mitgliedern des linken Flügels lossagen wollte, schrieb der 85-Jährige am Samstag im Internet-Dienst Twitter.
"Spiegel": Auch neue Umfrage zu Corona-Impfungen zeigt andere Werte als RKI-Quote
Auch eine neue Umfrage zu den Corona-Impfungen in Deutschland zeigt nach Informationen des "Spiegel" deutliche Differenzen zu den offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). In einer repräsentativen Befragung von Infratest dimap in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagten bis 13. Juli demnach 75 Prozent der 18- bis 59-Jährigen, sie hätten ihre erste Spritze erhalten. Dieser Wert lag 16 Prozentpunkte höher als in der offiziellen RKI-Statistik.
Verdächtiger in Südafrika wegen illegalen Handels mit Löwen-Krallen festgenommen
Die südafrikanischen Behörden haben einen Verdächtigen festgenommen, der in großem Stil mit Löwen-Krallen und -Zähnen gehandelt haben soll. Der Mann stehe unter dem Verdacht des illegalen Handels mit Wildtieren sowie des illegalen Waffenbesitzes, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Johannesburg am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt beschlagnahmten die Ermittler rund 60 Kilo Löwenprodukte.
Forderung nach rascher Rettung afghanischer Ortskräfte mehren sich
Angesichts des raschen Taliban-Vormarschs in Afghanistan mehren sich in Deutschland die Forderungen nach einer schnellen Rettung afghanischer Ortskräfte. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sprach am Samstag von einer "moralischen Verpflichtung" und regte "rasch ein neues Mandat des Bundestages" für die Bundeswehr an: Die Armee werde "noch einmal tätig werden müssen". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte eine erleichterte Einreise von Ortskräften zu.
Laschet: Bundeswehr muss Ortskräfte aus Afghanistan "rausholen"
CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, dass die Bundeswehr afghanische Ortskräfte schnell aus dem Land holt. "Diesen Leuten muss geholfen werden, sie müssen jetzt rausgeholt werden", sagte Laschet am Samstag beim Landestag der Jungen Union Hessen in Gießen. "Das ist unsere moralische Verpflichtung."
ManUnited holt Abwehr-Ass Varane von Real für bis zu 50 Millionen Euro Ablöse
Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat für den französischen Weltmeister Raphael Varane (28) nochmals tief in die Tasche gegriffen. Der Innenverteidiger wechselt für bis zu knapp 50 Millionen Euro Ablöse von Real Madrid nach Old Trafford und ist der zweite Riesentransfer nach Dortmunds Jadon Sancho (85 Millionen Euro Ablöse) in dieser Saison.
Beachvolleyball-EM: Borger/Sude gewinnen Bronze
Die Olympia-Teilnehmerinnen Karla Borger und Julia Sude haben sich nach einer starken Aufholjagd die Bronzemedaille bei der Beachvolleyball-EM gesichert. Die Düsseldorferinnen siegten im "kleinen Finale" in Wien gegen das lettische Duo Anastasija Kravcenoka/Tina Graudina mit 2:1 (14:21, 21:17, 15:8).
Beachvolleyball-EM: Borger/Sude verpassen Finale
Die Olympia-Teilnehmerinnen Karla Borger und Julia Sude sind bei der Beachvolleyball-EM im Halbfinale gescheitert. Die Düsseldorferinnen unterlagen dem Schweizer Duo Nina Betschart/Tanja Hüberli nach schwachem Start mit 1:2 (9:21, 24:22, 14:16) und vergaben drei Matchbälle. Im Spiel um Bronze geht es am Nachmittag gegen Anastasija Kravcenoka/Tina Graudina aus Lettland (16.30 Uhr).
BBC-Korrespondentin "schockiert" über Ausweisung aus Russland
Die BBC-Korrespondentin Sarah Rainsford hat ihre Ausweisung aus Russland als "niederschmetternd" bezeichnet. Die russischen Behörden hätten ihr mitgeteilt, dass sie nach Ablauf ihres Visums Ende August "nie mehr nach Russland zurückkehren" dürfe, sagte Rainsford am Samstag im Radiosender BBC 4. Dies komme einer Vertreibung gleich. Sie habe fast ein Drittel ihres Lebens in Russland verbracht, betonte die Journalistin.
Halsbandkamera enthüllt erstmals das geheime Leben der Dingos
Australische Forscher haben mit Hilfe einer Halsband-Kamera erstmals intime Einblicke in das Leben eines Dingos erhalten. Die Aufnahmen zeigten, wo und wie die Wildhunde nach Futter und Wasser suchten, berichtete Rangerin Linda Behrendorff nach dem Experiment auf der Insel Fraser Island vor der Küste des Bundesstaates Queensland. Auch das Zusammenleben des Dingos mit seiner Partnerin sei zu sehen.
Armin Laschet hört gern Amy Macdonald und Peter Maffay
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hört am liebsten Musik von Amy Macdonald. "Ich habe sie bei ihrer letzten Deutschland-Tournee live auf der Bühne erlebt. Das vermisse ich", schrieb er in einem Fragebogen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er freue sich auch immer auf Begegnungen mit Peter Maffay, "wir sind seit Jahren befreundet. Zu meinem 50. Geburtstag hat er mir eine seiner Lederjacken geschenkt, und bei seinen Konzerten bin ich, wenn möglich, dabei."
Taliban stehen vor afghanischer Hauptstadt Kabul
Nach ihrem zehntägigen Eroberungsfeldzug durch Afghanistan stehen die radikalislamischen Taliban inzwischen vor den Toren Kabuls. Angesichts des raschen Vorrückens der radikalislamischen Miliz sprach Präsident Aschraf Ghani am Samstag im Fernsehen seinen Landsleuten Mut zu. Ein weiteres Blutvergießen werde er nicht zulassen, sagte er. Die USA und andere westliche Staaten wie Deutschland und Großbritannien bereiten unterdessen unter Hochdruck die Ausreise ihres zivilen Personals sowie tausender Ortskräfte vor.
Afghanische Hauptstadt Kabul von Taliban umzingelt
Nach ihrem zehntägigen Eroberungsfeldzug durch Afghanistan stehen die radikalislamischen Taliban inzwischen vor den Toren Kabuls, international wird der baldiger Fall der Hauptstadt befürchtet. Angesichts des raschen Vorrückens der radikalislamischen Miliz sprach Präsident Aschraf Ghani am Samstag im Fernsehen seinen Landsleuten Mut zu. Ein weiteres Blutvergießen werde er nicht zulassen, sagte er. Die "Remobilisierung" der afghanischen Streitkräfte habe oberste Priorität.
Taliban umstellen afghanische Hauptstadt Kabul
Auf ihrem Eroberungsfeldzug durch Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban inzwischen auch Kabul weitgehend umstellt. Am Samstag lagerten Taliban-Kämpfer nur noch rund 50 Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Trotz der Belagerung weiter Teile seines Landes durch die Islamisten zeigte sich Präsident Aschraf Ghani zuversichtlich, dass eine Friedenslösung noch möglich sei. "Oberste Priorität" habe nun die "Remobilisierung" der afghanischen Streitkräfte.
Taliban umzingeln Kabul - Hauptstadt ist letzte Bastion der Regierungstruppen
Die radikalislamischen Taliban haben die afghanische Hauptstadt Kabul weitgehend umstellt. Am Samstag lagerten Taliban-Kämpfer rund 50 Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Nach dem Fall der zweit- und die drittgrößten Stadt des Landes ist Kabul de facto die letzte Bastion der Regierungstruppen, die anderswo kaum oder gar keinen Widerstand leisteten.
BA-Chef Scheele: Viele Gastro-Beschäftigte sind in andere Branchen abgewandert
Zahlreiche Gastronomie-Beschäftigte haben sich im Corona-Lockdown einen neuen Job gesucht. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag: "Als die Beschäftigten nicht arbeiten konnten oder mit dem niedrigeren Gehalt in der Kurzarbeit waren, haben sich viele umorientiert." Sie säßen nun an der Kasse im Supermarkt "oder helfen in den Impfzentren".
DFL: Donata Hopfen tritt Seifert-Nachfolge an
Eine Frau an der Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL): Donata Hopfen übernimmt ab dem 1. Januar 2022 den Vorsitz der DFL-Geschäftsführung und auch die Position als Sprecherin des DFL-Präsidiums. Das teilte die DFL am Samstag mit. Die 45-Jährige tritt damit die Nachfolge von Christian Seifert an. Ihr Vertrag sieht zunächst eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024 vor.
Viggo Mortensen kann "Tage, wenn nicht Wochen" alleine klarkommen
Der Hollywood-Schauspieler Viggo Mortensen braucht keine Menschen um sich herum. "Ich fühle mich in meiner eigenen Haut wohl. Und zwar so weit, dass ich Tage, wenn nicht sogar Wochen für mich alleine klarkomme", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag. "Ich muss mit niemandem sprechen." Er finde Möglichkeiten, sich zu betätigen, ohne deshalb nervös zu werden, fuhr der 62-Jährige fort.
NBA: Celtics machen Schröder-Deal offiziell
Nachdem Dennis Schröder seinen Wechsel zu den Boston Celtics selbst bekannt gegeben hatte, hat nun auch der NBA-Rekordmeister die Verpflichtung des deutschen Nationalspielers vermeldet. Zu Vertragsinhalten machte der Klub aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga auf seiner Homepage keine Angaben.
Überschwemmungen und Erdrutsche durch heftige Regenfälle in Japan
Im Westen Japans ist es am Samstag nach heftigen Regenfällen zu schweren Erdrutschen gekommen. Nach Angaben der Präfektur in Nagasaki kam dabei eine 59-jährige Frau in Unzen ums Leben. Demnach galten zudem zwei Mitglieder ihrer Familie als vermisst.
Banksy in britischen Küstenstädten unterwegs
Der weltberühmte Graffiti-Künstler Banksy hat seine Urheberschaft für mehrere in den vergangenen Tagen in britischen Küstenorten aufgetauchte Kunstwerke bestätigt: Ein am Freitag auf Instagram veröffentlichtes Video zeigt, dass Banksy in einem alten Wohnmobil mit einer Kühlbox voller Spraydosen entlang der englischen Küste tingelt.
Laschet für verlängerte Aussetzung der Insolvenzpflicht in Hochwassergebieten
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Aussetzung der Insolvenzpflicht für die vom Hochwasser betroffenen Firmen zu verlängern. "An einer Stelle greift die Hilfe der Bundesregierung noch zu kurz: Die Unternehmen in den Hochwasser-Gebiete sollen bis Ende Oktober von der Pflicht befreit werden, Insolvenz zu beantragen. Einzelhändlerinnen, Mittelständler, Familienunternehmen. Das reicht mir nicht", sagte Laschet der "Rhein-Zeitung". "Wir müssen ihnen mehr Luft verschaffen."
MotoGP: Nach Rossi geht auch der Hauptsponsor
Nach Superstar Valentino Rossi verliert das Sepang Racing Team aus der Motorrad-Königsklasse MotoGP auch den Hauptsponsor. Der malaysische Mineralölkonzern Petronas steigt Ende des Jahres beim Yamaha-Kundenteam aus, auch das WM-Engagement in der Moto2 und Moto3 wird beendet. Gründe gab das Unternehmen nicht an.
Anti-Covid-Maßnahmen in Sydney nochmals verschärft
US-Behörde warnt vor terroristischer Bedrohungslage
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat mit Blick auf den 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 und auf die Corona-Pandemie vor einer erhöhten Anschlagsgefahr gewarnt. Die USA seien einer "erhöhten Bedrohungslage" sowohl durch inländische als auch ausländische "Extremisten" ausgesetzt, erklärte die Behörde am Freitag in einer aktualisierten Bewertung. Demnach gibt es in Online-Foren zunehmend Aufrufe zur Gewalt. Das DHS hatte zuletzt infolge der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump eine aktualisierte Warnung herausgegeben. Damals erklärte die Behörde, das Land sei mit "zunehmend komplexen und unbeständigen" Bedrohungen durch regierungsfeindliche und rassistisch motivierte Extremisten konfrontiert. Im Mai ergänzten die Sicherheitsexperten, dass gewalttätige Extremisten die Lockerungen der Corona-Beschränkungen ausnutzen könnten, um Anschläge zu verüben. Mit Blick auf die Pandemie warnte das DHS nun, dass Extremisten "die potenzielle Wiedereinführung von Beschränkungen der öffentlichen Gesundheit in den USA zum Anlass für Anschläge nehmen könnten". Allgemein könnten "Pandemie-bedingte Stressfaktoren" zu mehr Gewalt führen. Die aktualisierte Bewertung der Bedrohungslage weist zudem darauf hin, dass der jemenitische Al-Kaida-Ableger AQAP mit Blick auf den Jahrestag der Anschläge vor 20 Jahren zum ersten Mal seit über vier Jahren eine englischsprachige Version seines Propagandamagazins "Inspire" veröffentlicht hat. Dies "zeigt, dass ausländische terroristische Organisationen weiterhin versuchen, in den USA lebende Menschen zu inspirieren, die für gewalttätige extremistische Einflüsse empfänglich sind." Das DHS war nach den Angriffen am 11. September 2001 gegründet worden, bei denen rund 3000 Menschen getötet wurden. (A.Nikiforov--DTZ)
Ausreise von Botschaftspersonal aus Afghanistan
Angesichts des raschen Taliban-Vormarschs in Afghanistan arbeiten Deutschland und andere westliche Staaten unter Hochdruck daran, Botschaftsmitarbeiter und Ortskräfte in Sicherheit zu bringen. Neben Deutschland kündigten am Freitag andere europäische Länder wie Großbritannien und Spanien die Ausreise von Botschaftspersonal an. Die USA sagten das Ausfliegen tausender Menschen täglich zu und veranlassten die Zerstörung sensiblen Materials in ihrer Botschaft in Kabul. Seit Beginn des vollständigen Abzugs der Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. In den vergangenen acht Tagen nahmen die Islamisten rund die Hälfte der 34 afghanischen Provinzhauptstädte ein, darunter zuletzt auch die zweitgrößte Stadt Kandahar. Am Freitag standen sie nach Eroberung der Provinzhauptstadt Pul-i-Alam nur noch 50 Kilometer vor Kabul, wie ein Regionalabgeordneter der Provinz Logar mitteilte. In einem Vermerk an die Mitarbeiter der US-Botschaft in Kabul verwies ein Gebäudetechniker auf die bestehenden Möglichkeiten zur Verbrennung oder Entsorgung von Dokumenten und Gerätschaften. Zerstört werden soll demnach alles, was von den Taliban für ihre Propaganda "missbraucht werden" könnte, wie etwa Gegenstände mit dem Botschaftslogo und US-Flaggen. Derweil trafen die ersten der 3000 US-Soldaten ein, die bei der Evakuierung helfen sollen. Staaten wie Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Spanien entschlossen sich zur Reduzierung ihres Botschaftspersonals in Kabul. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, die deutsche Botschaft solle "arbeitsfähig" bleiben, das Personal werde aber "auf das operativ notwendige absolute Minimum" reduziert. Dänemark und Norwegen kündigten die vorläufige Schließung ihrer diplomatischen Vertretungen in Kabul an. Die "ohnehin für diesen Monat vorgesehenen Charterflüge" für das diplomatische Personal werden laut Maas vorgezogen. Sie sollen auch afghanische Ortskräfte nach Deutschland bringen. Grünen-Co-Chef Robert Habeck forderte in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) "eine Luftbrücke, um diese Menschen aus Lebensgefahr zu bringen". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zuvor eine erleichterte Einreise für die afghanischen Ortskräfte zugesagt. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte ein Einschreiten des Westens und der Bundeswehr gegen die in Afghanistan vorrückende Taliban. "Man darf nicht dabei zuschauen, wie Menschen, die uns lange verbunden waren, von den Taliban abgeschlachtet werden, wie Mädchen und Frauen alle hart erkämpften Rechte wieder verlieren", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), warnte vor einem starken Anstieg der Zahl afghanischer Flüchtlinge, mit dem auch Deutschland konfrontiert sein werde. Er sei "sicher, dass der Migrationsdruck auf die EU und Deutschland" zunehmen werde, sagte er der "Rheinischen Post". Die kanadische Regierung kündigte bereits an, bis zu 20.000 Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Frauen in Führungspositionen, Regierungsmitarbeiter, Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Angehörige verfolgter Minderheiten. Laut UN-Generalsekretär António Guterres begehen die Taliban in den von ihnen kontrollierten Gebieten "entsetzliche" Menschenrechtsverbrechen. Es sei "herzzerreißend, Berichte zu sehen, wonach afghanischen Frauen und Mädchen ihre hart erkämpften Rechte entrissen werden", sagte Guterres vor Journalisten. In Kabul litten die Menschen derweil unter der Unsicherheit. "Wir wissen nicht, was passiert, sagte etwa der Hauptstadtbewohner Chairddin Logari der Nachrichtenagentur AFP. Westliche Staaten sorgen sich auch, dass Afghanistan nach dem 20-jährigen internationalen Militäreinsatz wieder zur Brutstätte von Terrorismus werden könnte. "Die einzige Bedingung, die die USA an ihren Abzug gestellt haben, war, dass die Taliban ihre Verbindungen mit dem Terror-Netzwerk Al-Kaida abbrechen", sagte der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). "Das ist aber nicht passiert." (A.Nikiforov--DTZ)
Nicaragua geht gegen letzte regierungskritische Zeitung vor
In Nicaragua sind die Behörden gegen die letzte verbliebene regierungskritische Zeitung vorgegangen. Die Polizei durchsuchte die Räumlichkeiten von "La Prensa", bevor dann am Samstag ein hochrangiger Journalist des Blattes festgenommen wurde. Staatschef Daniel Ortega begründete das harte Vorgehen gegen andere Oppositionelle mit dem Kampf gegen den "Terrorismus".
Nicaraguas Präsident begründet Vorgehen gegen Opposition mit Anti-Terror-Kampf
Der Präsident von Nicaragua, Daniel Ortega, hat sein hartes Vorgehen gegen Oppositionelle mit dem Kampf gegen den "Terrorismus" begründet. Die in den vergangenen Monaten festgenommenen Regierungskritiker hätten im Vorlauf der Wahl im November eine "Welle des Terrorismus" geplant, sagte Ortega am Freitag (Ortszeit). Die Polizei des Landes ging derweil gegen die letzte regierungskritische Zeitung vor.
Streik in weltgrößter Kupfermine in Chile abgewendet
Ein Streik in der produktionsstärksten Kupfermine der Welt im Norden Chiles ist vorerst abgewandt worden. Die führende Gewerkschaft in der Kupfermine Escondida in der Region Antofagasta verkündete am Freitag (Ortszeit) eine Einigung mit der Betreiberfirma BHP. Das britisch-australische Unternehmen habe das letzte Angebot der Gewerkschaft, die mehr als 2000 Minenarbeiter vertritt, angenommen.
Ecuador stellt knapp 10 Tonnen Kokain aus Kolumbien sicher
Die Polizei in Ecuador hat eine Rekordmenge Kokain sichergestellt. Innenministerin Alexandra Vela sprach am Freitag (Ortszeit) in der Küstenstadt Guayaquil, wo die Drogen gefunden wurden, von einem "historischen" Polizeieinsatz. Mit 9,6 Tonnen handle sich um den größten Drogenfund der ecuadorianischen Anit-Drogen-Behörden jemals.