Deutsche Tageszeitung - Göttinger Professor erneut wegen Nötigung in sexualisierter Form vor Gericht

Göttinger Professor erneut wegen Nötigung in sexualisierter Form vor Gericht


Göttinger Professor erneut wegen Nötigung in sexualisierter Form vor Gericht
Göttinger Professor erneut wegen Nötigung in sexualisierter Form vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Ein 59-jähriger Universitätsprofessor muss sich seit Mittwoch erneut wegen der Nötigung von Studentinnen und Hochschulmitarbeiterinnen in sexualisierter Form vor dem Landgericht im niedersächsischen Göttingen verantworten. Dem Dozenten wird laut Anklageschrift vorgeworfen, in den Jahren 2014 bis 2017 drei ihm dienstlich unterstellte Frauen jeweils mehrfach mit einem Bambusstock oder der flachen Hand auf das Gesäß geschlagen zu haben, "um sich sexuell zu erregen".

Textgröße ändern:

Außerdem soll er die Doktorandinnen und Mitarbeiterinnen der Universität Göttingen "in sexuell motivierter Weise" an weiteren Körperstellen berührt haben. Wegen der Vorfälle verurteilte das Landgericht Göttingen den Mann bereits 2022 zu elf Monaten Haft auf Bewährung. Diese Entscheidung hob der Bundesgerichtshof im vergangenen Jahr aber teils auf und ordnete eine neue Verhandlung an. Dafür wurden zunächst Termine bis zum Freitag kommender Woche angesetzt.

Das Verwaltungsgericht in Göttingen stufte den Dozenten in einem gesonderten Disziplinarverfahren im Oktober vergangenen Jahres wegen des teils schon viele Jahre zurückliegenden Geschehens für fünf Jahre um zwei Besoldungsgruppen zurück. Das Gericht sah entsprechende Vorwürfe aus dem Zeitraum von 2006 bis 2017 in dem von der Universität gegen den Beamten angestrengten Verfahren samt eigener Beweisaufnahme mit 19 Zeuginnenvernehmungen als erwiesen an.

In diesem Verfahren ging es laut Disziplinarklage der Universität um mehr als 40 Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsschwelle, von denen das Gericht am Ende aber nur einen Teil als erweisen ansah. Es kam aber gleichwohl zu der Feststellung, dass der Professor Studentinnen und Mitarbeiterinnen über Jahre hinweg durch Worte und Berührungen "in sexualisierter Weise belästigt" habe. In sechs Fällen sei die Schwelle zu sexuellen Belästigung überschritten gewesen. Er habe die Betroffenen "in ihrer Würde verletzt".

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Aggressiv und lernunwillig: Verhalten der Schüler größte Belastung für Lehrer

Aggressivität, fehlender Lernwille und Mobbing: Das Verhalten von Schülerinnen und Schülern ist laut einer Umfrage für fast jede zweite Lehrkraft die größte Belastung. 46 Prozent sehen das Schülerverhalten derzeit als größte Herausforderung im Berufsalltag, wie aus dem am Dienstag in Stuttgart veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervorgeht.

Studie: Nur noch knapp 32 Prozent der Studiengänge zugangsbeschränkt

Studienanfänger in Deutschland haben immer bessere Chancen auf ihren Wunschstudienplatz. Nur noch 31,6 Prozent aller Studienangebote haben im kommenden Wintersemester eine Zugangsbeschränkung, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh hervorging. Das entspricht einem Rückgang um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Im Bachelorbereich liegt die Quote sogar bei nur 28,7 Prozent.

Britischer Prinz George wechselt im September auf Eliteschule Eton

Prinz George, der älteste Sohn des britischen Thronfolgers Prinz William, wird ab September die Eliteschule Eton besuchen. Der Kensington-Palast gab den Schulwechsel am Dienstag bekannt. Der zwölfjährige George folgt damit seinem Vater William und seinem Onkel Harry, die ebenfalls in Eton zur Schule gingen. Unklar ist bisher, ob George auch im Internat der Schule wohnen wird. Eton ist nur wenige Kilometer vom Wohnsitz seiner Eltern auf dem Gelände von Schloss Windsor entfernt.

Deutsches Studierendenwerk drängt auf rasche Einigung bei Bafög-Reform

Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) pocht auf die von der Koalition versprochene Bafög-Erhöhung. "Der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung beim Bafög ist ein verheerendes Signal an die Studierenden und die junge Generation insgesamt", sagte DSW-Vorstandschef Matthias Anbuhl der "Rheinischen Post" vom Dienstag. "Der Fachkräftemangel wird sich in den kommenden Jahren verschärfen, denn die Boomer-Generation geht nun Schritt für Schritt in Rente", betonte Anbuhl.

Textgröße ändern: