Deutsche Tageszeitung - Philologenverband fordert Professionalisierung von Fortbildungen für Lehrer

Philologenverband fordert Professionalisierung von Fortbildungen für Lehrer


Philologenverband fordert Professionalisierung von Fortbildungen für Lehrer
Philologenverband fordert Professionalisierung von Fortbildungen für Lehrer / Foto: © AFP/Archiv

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat von der Kultusministerkonferenz (KMK) und den zuständigen Ministerien eine Professionalisierung der berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildungen für Lehrer gefordert. "Hier fehlt ein übergreifendes Konzept – auch gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung", sagte die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing der Nachrichtenagentur AFP. Die Fort- und Weiterbildung von Lehrern müsse deutlich mehr Aufmerksamkeit erfahren als bisher.

Textgröße ändern:

"Doch wir haben das Gefühl, dass die KMK das Thema nicht ernsthaft genug aufnimmt", fügte Lin-Klitzing hinzu. Ohne eine strukturelle Professionalisierung der Fort- und Weiterbildung seien die Herausforderungen im Bildungswesen kaum zu bewältigen.

Für angemessene Fortbildungsmöglichkeiten seien entsprechende Rahmenbedingungen an den Schulen notwendig. Dazu gehöre die Senkung der Zahl der Stunden, die ein Lehrer zu unterrichten hat. Die Fachverbände plädierten dafür, Qualitätsstandards für digitale Fortbildungen und Präsenzfortbildungen zu schaffen.

Berufsbegleitende Fortbildungen gehörten selbstverständlich zu den Pflichten von Lehrern. Dies bedeute aber nicht, dass ein zeitliches und inhaltliches Fortbildungskontigent auf die bereits zu hohe Zahl der zu gebenden Unterrichtsstunden gesetzt werden solle. Stattdessen forderten die Verbände eine deutliche Senkung der wöchentlichen Unterrichtsstundenzahl, um Fortbildungen zu ermöglichen.

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz, welche die Länder zu bildungspolitischen Fragen berät, hatte 2023 in einem Gutachten Empfehlungen für Fortbildungen von Lehrern abgegeben. Darin wurde unter anderem eine Verpflichtung zur Fortbildung vorgeschlagen. Dies teile der Philologenverband nicht, hieß es.

Eine Verpflichtung vor qualifiziertem Angebot und ohne Senkung der wöchentlichen Unterrichtszeit sei nicht vermittelbar. Einige Bundesländer hätten ihre Fortbildungsverpflichtung bereits wieder rückgängig gemacht. Stattdessen sei es nötig, grundsätzlich eine neue, ausreichende Finanzierung der berufsbegleitenden Fortbildung in den Landeshaushalten explizit auszuweisen.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Zahl der Hochschulabschlüsse in Deutschland erneut gestiegen

Die Zahl der Hochschulabschlüsse ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 2025 erwarben 527.600 Studierende und Promovierende einen Abschluss an einer deutschen Hochschule, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das waren 3,0 Prozent mehr als im Prüfungsjahr 2024. Der Frauenanteil lag unverändert bei 53 Prozent.

US-Gericht befasst sich mit Visabeschränkung für Journalisten und Studierende

Ein US-Gericht befasst sich am Freitag mit den geplanten Visabeschränkungen für ausländische Journalisten und Studierende. Letztere sollen nur noch vier Jahre in den USA bleiben dürfen, ausländische Journalisten sogar vorerst nur acht Monate. Bundesrichter Dennis Saylor vom Bezirksgericht in Boston im Bundesstaat Massachusetts hatte das Inkrafttreten der Regeln bis zu der Anhörung vorläufig ausgesetzt.

Umfrage: Smartphones im Schulalltag stellen Lehrkräfte vor Herausforderungen

Im Umgang mit Smartphones sehen viele Lehrerinnen und Lehrer an deutschen Schulen eine Herausforderung. Nur jede dritte Lehrkraft erhält nach eigenen Angaben ausreichend Unterstützung von der Schule beim Regulieren der Handynutzung, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichen Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervorgeht. 74 Prozent der befragten Lehrkräfte sehen demnach Smartphones als Ablenkung im Unterricht.

Italien beschließt Burka-Verbot und Sprachquote an Schulen

Italiens Regierung hat ein Verbot von Burkas und Nikabs an Schulen sowie neue Obergrenzen für ausländische Schüler mit unzureichenden Italienischkenntnissen beschlossen. Ausländer mit mangelnden Sprachkenntnissen sollen künftig höchstens 30 Prozent einer Klasse ausmachen, wie die rechtsgerichtete Regierungschefin Giorgia Meloni am Donnerstag mitteilte. Meloni hatte die Neuregelung Ende vergangener Woche angekündigt.

Textgröße ändern: